29.6.2026
Unsere ersten Ferien nach einem schwierigen Jahr mit vielen Spitalaufenthalten und OP’s von Colette. Wir entschieden uns für eine kurze Reise von 13 Tagen ins Piemont. Dies auch aus den Gründen der Nähe und weil wir das Piemont nicht kennen, obwohl es sehr nahe liegt. So können wir Testen wie Colette das Reisen und die Küche verträgt, weil ihr Magen noch nicht ganz in Ordnung ist und sie mit der Verdauung zu kämpfen hat.
Eigentlich starteten wir in unsere Ferien bereits gestern Abend. Mit einem feinen Abendessen im Restaurant Fontana das wir liebevoll «Papi» nennen, was eine Geschichte für sich ist. Da unser Garagenlift heute revidiert wurde konnten wir erst kurz nach 12 Uhr starten. Dies störte uns nicht besonders weil unser Tagesziel, der Orta See, auf Nebenstrassen nur 87 km entfernt ist. Mit einigen Startschwierigkeiten mit unserer Navi-Dame (Google Map) machten wir uns auf den Weg. Wir fuhren auf engen Strassen, durch kleine Dörfer und abwechslungsreiche Landschaften nach Orta San Giulio das wir nach 2 ½ Stunden erreichten. Im zugewiesenen Parkhaus parkierten wir unser Auto und nach einem 10 minütigen Spaziergang unter der starken Sonne erreichten wir ziemlich verschwitzt unser Hotel. Das Leon d’Oro liegt mitten im verkehrsberuhigten Zentrum. Nach dem Zimmerbezug im 3. OG, ein Stock ohne Lift, mit Blick auf die Insel war dann eine Stärkung angesagt. Gleich neben dem Hotel war das Restaurant Venus wo wir unseren Durst und Hunger stillten. Der erste kurze Spaziergang führte uns zu einer Gelateria die wir nicht ohne ein Glace verliessen. Ein kurzes Nickerchen in unserem kühlen Zimmer und schon war das Abendessen angesagt. Auf der Hotelterrasse mit Blick auf den See genossen wir das Abendessen. Ein kleiner Verdauungsspaziergang durchs Dorf brachte uns zurück ins kühle Zimmer, wo dann die Nachtruhe angesagt war.
30.6.26
Heute stand die Besichtigung der Insel San Giulio auf dem Programm. Also bestiegen wir nach dem Frühstück ein Taxi-Boot das uns zur Insel fuhr. Dort angekommen wollten wir die Basilika besuchen. Diese war jedoch wegen einer Hochzeitszeremonie gesperrt, was wir nicht verstehen konnten, weil das Brautpaar und die Gäste noch nicht eingetroffen waren. Also umrundeten wir die kleine Insel mit dem Frauenkloster, das keine Besichtigungen erlaubt und standen nach 20 Minuten wieder am Schiffssteg, weil das einzige Restaurant auf der Insel auch geschlossen ist. Also die Besichtigung der Insel war für uns eine Endtäuschung. Wieder auf dem Festland stiegen wir auf den Sacro Monte di Orta, wo die Franziskaner ein Kloster, Kirche und div. Kapellen erstellten. In einigen ist mit Lebensgrossen Figuren das Leiden des heiligen Franziskus dargestellt. Zurück im Dorf begaben wir uns in eine Galerie, wo Ugo ein Topolino-Bild entdeckt hatte das er dann auch kaufte. Nach einer Stärkung gingen wir wieder ins Zimmer und machten ein Nickerchen, um der Tageshitze zu entfliehen. Wieder erholt spazierten wir zum Restaurant wo wir den Snack genossen haben und wurden wie alte Bekannte begrüsst. Nach einem eher bescheidenen Abendessen, bei dieser Hitze hat man keinen Hunger, spazierten wir wieder zurück ins Hotel und genossen unser klimatisiertes Zimmer.
1.7.26
Unsere Reise führt uns heute nach Turin, die Hauptstadt des Piemonts. Auf kleinen Nebenstrassen fuhren wir bis zu unserem ersten Halt, Ricetto di Candalo. Hier gibt es noch ein kleines, komplett erhaltenes und ummauertes Dorf aus dem Mittelalter. Wirklich eindrücklich das es noch so gut erhalten ist. Natürlich wurde und wird es dementsprechend unterhalten. Auffällig ist, dass die Mauern zum grossen Teil aus Bollensteine gemauert sind die aus dem nahen Fluss geholt wurden. Das 2., eher etwas Enttäuschende ist, dass es ein «totes» Dorf ist. Die Häuser sind leer und nicht zu besichtigen. Es ähnelt eher an ein Museum ohne Leben. Wie man uns erklärte, kommt nur bei speziellen Veranstaltungen Leben in dieses Dorf. Eigentlich schade, weil es sicher ein Magnet für Touristen wäre. Daher fiel unser Rundgang durchs Dorf auch dementsprechend kurz aus. Bevor die Reise weiterging erfrischten wir uns in einer gekühlten Bar vor dem Eingangstor. So erreichten wir unser Hotel im Zentrum von Turin ca. um 14.00 Uhr. Nach dem Zimmerbezug im Hotel Andalasia machten wir ein kurzes Nickerchen weil draussen ein Gewitter niederprasselte. Unser Abendessen genossen wir in einem typischen piemontesischen Restaurant mit dem Namen Nuovo Torino. Wieder zurück im Hotel schauten wir noch etwas TV bevor wir den Geschichten der Kissen horchten.
2.7.26
Heute standen wir «bereits» um 9.45 Uhr beim Hop on hop off Bus. Übrigens die erste Tour am Morgen. Dies finden wir immer noch die Beste Art einen Überblick über die zu besuchende Stadt zu erhalten. Mit sehr wenigen Touristen bestiegen wir den Bus und konnten Oben ganz vorne sitzen mit dem besten Überblick. Es gibt die Rote, Blaue und Grüne Tour, wobei die Grüne nicht im Betrieb war. Zuerst absolvierten wir die Blau und danach die Rote die beide etwa 40 Minuten dauern. Beide beschränken sich aufs Zentrum von Turin. Nach den 2 Touren und vielen Infos war eine Stärkung angesagt. Wir spazierten zur Mole Antonelliana, dem Wahrzeichen von Turin. Dieses 167m hohe Gebäude wurde ursprünglich als Synagoge geplant und aus finanziellen Gründen 1877 an die Stadt verkauft. 1889 wurde dann das Gebäude eingeweiht und beherbergt heute ein Film-Museum. Das Gebäude wurde aus Ziegelsteinen gebaut und gilt als höchstes Gebäude nur aus Ziegelsteinen. Mit dem Panoramalift im Innern fuhren wir auf die Aussichtsplattform in 85m Höhe und genossen einen herrlichen Überblick über die Stadt. In der Ferne glaubten wir das Matterhorn zu sehen, aber es war der Monviso der fast gleich aussieht. Nach diesem Rundblick ging es wieder zurück ins kühle Zimmer des Hotels. Am Abend entschieden wir uns für einen Hot Pot der uns ausgezeichnet schmeckte und uns an die wunderbare Küche in Vietnam erinnerte.
3.7.26
Unser heutiger Ausflug führte uns zum Palazzo della Veneria Reale der ca. 30 Minuten vom Zentrum entfernt ist. Er wurde im 17 Jh. von den Savoyer gebaut die Turin zur Hauptstadt ihres Reiches machten. Bis ins 19. Jh. diente er den nachfolgenden Königen als Residenz. Leider wurde er in den französischen Kriegen von den Franzosen geplündert und danach als Militär Stützpunkt verwendet. Nach einer jahrelangen Sanierung wurde er 2002 als Museum wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nur noch wenige Möbelstücke können von der ursprünglichen Pracht eine gewisse Vorstellung geben. In dieser riesigen Anlage mit eigenem Dorf für das Personal gibt es auch einen grossen Wald der für die Jagdausflüge der Könige genutzt wurde. Nach einer Stärkung machten wir uns wieder auf den Rückweg ins Zentrum und durften den chaotischen Verkehr von Turin «geniessen». Das Abendessen genossen wir wieder im Nuovo Torino das uns wieder herrlich schmeckte.
4.7.26
Heute war Museumstag…..
So starteten wir nach dem Frühstück über die schöne Piazza San Carlo, vorbei an noblen Boutiquen zur Piazza Castello. Wie der Name schon sagt steht hier der Palazzo Reale di Torino. Diese Palast aus dem 17 Jh. sieht von Aussen nicht so besonders aus aber was einem im Innern erwartet haut dich um. Er wurde von den Königen bis ins 19. Jh. benützt und konnte die Bombardierung des Krieges unbeschadet überstehen. Die reich verzierten Zimmer mit einem üppigen Goldschmuck inkl. Mobiliar erschlägt einem. Man weiss schon gar nicht mehr wo man hinschauen soll. Welch ein Unterschied zum Palazzo della Veneria obwohl die Veneria viel grösser ist. Nach der Besichtigung bei der du sicher nicht alle Details gesehen hast brauchten wir zuerst eine Stärkung. Gestärkt besichtigten wir das Museum Madame das früher ein Teil der Stadtmauer war und den ersten Herrscher als Wohnsitz diente. Auch hier war der innere Prunk von Aussen nicht sichtbar. Nach dieser Besichtigung brauchten wir eine 2. Stärkung und dann ein Nickerchen im kühlen Zimmer. Das Abendessen genossen wir zum 2. mal im Hot Pot wo wir wie alte Bekannte begrüsst wurden.
5.7.26
Weiter geht unsere Reise auf der romantischen Strasse durchs Piemont. Zuerst fuhren wir an grossen Mais- und Kornfelder vorbei und fragten uns bereits wo den die Weinberge und Haselnussplantagen blieben wofür das Piemont so berühmt ist. Kaum gesagt sahen wir die ersten Haselnussplantagen und kurz darauf die Weinberge. Na ja, wurde auch langsam Zeit. Unser erster Halt war in Magliano Alfieri wo wir das Castello Alfieri besichtigten. Hier werden Hochzeiten gefeiert und Konzerte gegeben. Gestern war eine Hochzeit und Morgen beginnt die Konzert Saison. Nach einer Stärkung ging es dann weiter durch eine liebliche Hügellandschaft mit kleinen Dörfer auf der Spitze. Unser Tagesziel war die Cascina Pajamont. Eine moderne Agricultura wie es viele im Piemont gibt. Da genossen wir zuerst einen Imbiss bevor wir das grosse Zimmer bezogen. Bei dieser Hitze war wieder eine kurze Erholungsphase angesagt. Da man hier nur von Donnerstag bis Sonntag Mittag etwas zu Essen kriegt, wurde nicht erwähnt bei der Buchung, fragten wir nach einem Restaurant. So machten wir uns auf den Weg zur Locanda San Bovo die versteckt in den Hügel liegt. Eine sehr schmale Strasse oder besser gesagt Weg wo sich 2 Autos kaum kreuzen können führte zur Locanda die wir nach 20 Minuten erreichten. Hier verkehren überwiegend nur Einheimische oder Touristen mit den gleichen Infos wie wir. Heute waren wir die einzigen Touristen und um uns herum herrschte ein lautes geplapper, wie in solchen Lokalen üblich. Nach einem reichhaltigen Antipasto gab es noch einen Teller Taglliarin und einen Dessert. Die überfüllten Bäuche bekamen dann noch einen Kaffee und einen Amaro an der Bar weil es draussen zu heiss war. Da plauderten wir mit dem Besitzer der erst vor einem Monat die Bewilligung für die Eröffnung erhielt worauf er 3 Jahre gewartet hatte. Italienische Bürokratie…….. Wieder zurück im Hotel genossen wir die kühlende Brise auf dem Balkon und schauten dem Sonnenuntergang zu.
6.7.26
Nach dem Frühstück fuhren wir ins Dorf zum Supermarkt um uns mit einem feinen Nusslikör einzudecken den wir gestern in der Locanda genossen. Zurück im Hotel war chillen angesagt. Übrigens gibt es hier nur 4 Zimmer und heute waren wir die einzigen Gäste. Am späteren Nachmittag fuhren wir wieder zu der bekannten Locanda und waren auch hier die einzigen Gäste. Wieder wurden wir mit feinem Essen und Trinken verwöhnt. Abends sassen wir auf dem Balkon und assen eine sehr süsse gelbe Wassermelone. Wussten gar nicht das es gelbe Wassermelonen gibt. Dann schauten wir noch den Fussballmatch Spanien gegen Portugal der von den Spanier kurz vor Ende mit 1 zu 0 gewonnen wurde.
7.7.26
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg durch die Lange, wie dieses hügelige Gebiet genannt wird. Auf schmalen Nebenstrassen fuhren wir über Sinio, Cisone nach Bossolasco. Dieses Dorf wird auch Rosendorf genannt weil an den Häuser und entlang der Strassen Rosen gepflanzt sind. Nach unserem Spaziergang durchs Dorf ging unsere Reise weiter über Murazzano nach Mombarcaro. Unsere Navidame schickte uns zwischendurch auf kleine Nebenstrassen die nur von den Bauern verwendet werden. Dafür sahen wir natürlich viele Plantagen und abgeschiedene Bauernhöfe. Unzählige Haselnussplantagen und Rebberge begleiteten uns durch diese hügelige Landschaft mit teilweise wunderbarem Weitblick. In Mombarcaro, das auf einer Kuppe liegt mit schönem Weitblick, wäre gemäss unserer Info der Lavendel angesagt. Von den angesagten Feldern war jedoch nichts zu sehen. Also machten wir uns, nach einer Stärkung in der einzigen Bar, wieder auf den Weg. Unser nächstes Ziel war der Agriturismo La Verena. Ein abgeschiedener Bauernhof mit 4 Gästezimmer und herrlichem Weitblick. Hier werden wir die nächsten 4 Tage verbringen. Unser grosses Zimmer hat 2 Schlafzimmer mit je 2 Betten und eine grosse Terrasse. Nach dem Einrichten mussten wir zuerst ein Nickerchen machen. Dieser Bauernhof ist etwas ganz spezielles. Er gehörte ursprünglich einem Schweizer Gynäkologen der ihn auf den Namen seiner Frau taufte. Sie kamen alle Jahre für ca. 5 Monate hierher und hatten viele Künstler als ihre Gäste. Darunter auch Bruno Weber der hier eine typische Weber-Skulptur erschuf die mitten im Vorplatz steht. Im ganzen Haus sind Bilder und Skulpturen anzutreffen. Er selber schweisste aus alten Werkzeugen Skulpturen zusammen. Da sie keine Kinder hatten schenkten sie den Hof an den Vater von Arianna die ihn heute führt. Der Vater ist Baumeister und war beteiligt am Umbau dieser Anlage. Sie waren auch sehr eng befreundet und er schaute nach dem Rechten wenn die Besitzer nicht hier waren. Arianna ist eine wunderbare Gastgeberin mit einem grossen Wissen über die Gegend, Kultur und das Essen. Die Pasta und vieles mehr wird selbst gemacht und auf den Teller kommen ausnahmslos einheimische saisonale Produkte die zum Teil aus dem eigenen Garten stammen. Nach einem üppigen schmackhaften Abendessen mit feinem Wein und dem anschliessenden Likör zogen wir uns zurück in unser grosses Zimmer.
8.7.26
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Cascina Barroero in Cortemilia. Da kamen wir gerade noch rechtzeitig um an der Führung durch die Haselnuss-Plantage teilzunehmen. Eine sehr interessante Führung die uns von der Pflanzung bis zur Verarbeitung einen guten Eindruck von dieser Nuss gab. Die Führung wurde von einer Zürcherin namens Amalia in englischer Sprache durchgeführt weil diverse Länder an der Führung teilnahmen. Auf dieser Plantage werden keine Pestizide eingesetzt sondern nur natürliche Feinde des Stinkkäfer der aus Asien eingeschleppt wurde. Einerseits sind es Feramon-Netze und anderseits eine Wespenart die auf die Eier der Käfer losgeht. Natürlich deckten wir uns noch mit Nüssen und Haselnusscreme ein bevor wir uns wieder auf den Rückweg zur La Verena machten. Am späteren Nachmittag sprangen wir in den Pool bevor wir das Abendessen genossen.
9.7.26
Über heute gibt es nichts zu berichten weil wir den Tag mit Chillen ausfüllten….
10.7.26
Heute ist Markttag in Cortemilia und so machten wir einen kleinen Ausflug zu einem typischen Markt in einem kleinen Dorf. Da findet man alles was für den täglichen Gebrauch benötigt wird. Von den Unterhosen bis zur Wassermelone kann man hier alles kaufen. In einem kleinen Supermarkt deckten wir uns noch mit Haselnusslikör und Kräuteramaro ein. Dies hatten wir bei Arianna probiert und er schmeckte uns hervorragend. Dann kauften wir noch die typischen Grissini und so vollbepackt fuhren wir wieder zurück zu Arianna wo wir den Nachmittag mit einem Poolbesuch und chillen abschlossen. Am Abend gab es dann wieder ein «Diätmenü» zum abrunden.
11.7.26
Und schon ist unsere erste Reise durchs Piemont zu Ende. Kaum zu glauben, dass wir 6 Jahre brauchten um diese schöne Gegend zu besuchen die nur 2 Stunden von uns entfernt liegt. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer herzlichen Verabschiedung von Arianna, nicht ohne einen Karton feinen Wein zu kaufen machten wir uns auf den Rückweg. Diesmal wählten wir den direkten Weg inkl. Autobahn und erreichten nach einer gemütlichen Fahrt 3 Stunden später Como. Alles in die Wohnung bringen und auspacken bevor wir unsere Reise so abschlossen wie wir sie begonnen haben, mit einem Abendessen, diesmal im Restaurant Touring. So bleibt uns nichts weiteres zu sagen als abzuschliessen mit:
Grazie e arrivederci