2.4. Wir stellen unser Gepäck in die neue, moderne Altstadtwohnung im Zentrum und in der Nähe des Hauptplatzes Placa de Comercio. Da wir hier Selbstversorger sind und alle Restaurants geschlossen haben, war noch nichts mit ins Bett fallen. Dank Google Mapp suchten wir den nächstgelegenen Lebensmittelhändler und machten uns auf den Weg durch die leeren Strassen. Um die Mittagszeit assen wir dann unser Frühstück und packten danach das nötigste aus. Gegen Abend öffneten wir eine Flasche Champagner zur Feier unseres 5-jährigen Reisejubiläums und mit der Lasagne tranken wir noch eine Flasche Wein. Das wir unser 5-jähriges auf solch eine Art feiern, hätten wir auch nicht gedacht, aber wir waren glücklich hier zu sein, was alleine schon ein Festanlass ist. Nach der Dusche fielen wir dann todmüde ins Bett.

 

4.4. In der Nacht auf den 3. haben wir 11 Stunden durchgeschlafen. Inzwischen leben wir uns langsam ein und haben die kleinen Lebensmittel-Läden der Umgebung erkundet. Einen grossen Supermarkt gibt es hier nicht, der ist ca. 10km entfernt. Auch einen Erkundungsspaziergang, bei strahlendem Sonnenschein, durch die leere Altstadt haben wir gemacht und den fast Menschenleeren Placa de Comercio, der nur 5 Minuten entfernt ist, angeschaut. 20 Grad, Sonnenschein und keine Touris, ist wohl der Traum eines jeden der eine solche historische Stadt besichtigt. Leider ist alles geschlossen und irgendwie erscheint die Atmosphäre auch etwas unheimlich. Bei den Lebensmittel-Läden warten die Menschen mit ca. 2m Abstand voneinander vor dem Eingang bis sie tröpfchenweise eingelassen werden. Erstaunlicherweise stehen nicht sehr viele Kunden an und die Gestelle sind gut gefüllt. Auch sieht man keine Hamsterkäufe. Natürlich schützen auch wir uns mit Masken und Desinfektionsmittel. Da sich unser Tagesablauf in den nächsten Wochen nicht viel verändern wird, werden unsere Reiseberichte dementsprechend rar oder über eine grössere Zeitspanne zusammengefasst sein. Unser Tagesablauf sieht im Moment so aus. Genüsslich ausschlafen, ausgiebig Frühstücken, Spaziergang zum Lebensmittel-Laden, „Hausarbeiten“, Abendessen kochen und schlemmern, aufräumen, vor die Kiste sitzen und Filme gucken und danach den Geschichten des Kissens horchen. Kann sein, dass es mit der Zeit langweilig wird aber im Moment geniessen wir es sehr.

Ach ja hier noch etwas aus unserer Statistik. In 5 Reisejahren besuchten wir 35 Länder, waren in 428 Städte und haben in 445 Unterkünften übernachtet. Hier ist zu vermerken, dass jeweils alles nur 1-mal gezählt wurde, auch wenn wir mehrere Male am gleichen Ort waren. Somit schliefen wir im Durchschnitt ca. jeden 4. Tag an einem anderen Ort. Dies ist jedoch auch nicht ganz korrekt, weil wir ja die Unterkünfte auch nur 1-mal zählten. Die Änderung wäre dann jedoch hinter der Kommastelle, also vergessen wir es. Über unsere Wegstrecken haben wir leider keine Statistik geführt was sicher auch noch interessant gewesen wäre. Aber wer weiss, sollte es uns langweilig werden während der nächsten 2 Monaten, holen wir dies noch nach. Wir werden sehen.

 

19.4. Wie bereits erwähnt werden wir nur zwischendurch einen Eintrag machen. Dies aus dem einfachen Grund, weil sich unser Tagesablauf immer wiederholt. Natürlich verbringen wir die meiste Zeit, wie der Rest der Welt, in den eigenen 4 Wänden. Sicher ist es für viele Familien eine grosse Herausforderung so lange eingeschlossen zu sein. Anderseits bietet es nun die Möglichkeit das Zusammenleben wieder neu zu „entdecken“ und zu erlernen. Für uns ist das nichts neues, weil wir seit 5 Jahren auf engen Raum 24 Stunden und 7 Tage die Woche zusammen sind. Im Gegenteil, wir haben nun eine Wohnung mit viel Platz und müssen nicht mehr aus dem Koffer leben. Für uns ist dies ebenfalls eine neue Erfahrung die wir sehr geniessen. Wir können verstehen, wenn viele den „Höhlenkoller“ kriegen oder sich einsam fühlen, wenn ihr gewohnter und vielleicht abwechslungsreicher Tagesablauf auf den Kopf gestellt wurde. Vielen macht natürlich auch die Social Distance zu schaffen, was verständlich ist. Auch dafür haben wir schon 5 Jahre Erfahrung und Wissen, dass wir unsere Lieben nicht immer knuddeln können, wenn wir es möchten. Natürlich hoffen wir das sich die Situation bis im Sommer bessert, damit wir dann Richtung Schweiz aufbrechen können und unsere Lieben knuddeln. Da sind wir wohl ein wenig abgeschweift denn wir wollten nur über unseren Tagesablauf berichten.

Wir stehen ca. um 9.00 Uhr auf und Frühstücken ausgiebig. Dann sind die „Hausaufgaben“ wie Putzen, Waschen, Mails checken und Posti-Liste aufstellen an der Reihe. Wir kaufen bewusst nur für einen Tag ein. Somit ist dann ein grösserer Spaziergang zu einem der 4 kleinen Lebensmittel-Läden angesagt. Wir weiten diesen Spaziergang immer ein wenig aus, weil wir keine Gefahr laufen vielen Menschen zu begegnen. Wenn uns dann jemand entgegenkommt wird der Sicherheitsabstand eingehalten. Beim Lebensmittel-Händler wird dann die Maske angezogen und gewartet bis man den Laden betreten darf. Wir staunen immer wieder, wie wenige Leute wir vor oder im Laden antreffen. Bevor wir uns dann auf den Rückweg machen werden zuerst die Hände mit Alkohol-Gel desinfiziert. Gegen Abend brutzeln wir dann unser Essen. Nach dem aufräumen setzen wir uns vor die Röhre und gucken Filme über Netflix bevor wir den Geschichten des Kissens lauschen.

 

4.5. Über die vergangenen Tage/Wochen gibt es nicht viel zu berichten. Wir machen unseren Tagesrhythmus weiter. Einziger Unterschied war ein Ausflug zum Expogelände aus dem Jahr 1998 das wirklich Sehenswert ist. Jedoch waren auch hier sämtliche Gebäude geschlossen, sodass es bei einem Spaziergang durch das riesige Gelände blieb. Auch die Gondelbahn, die über das Gelände führt, fuhr nicht. Der Vorteil im Moment ist, dass es fast keine Menschen hat die unterwegs sind. So kann man gemütlich durch die Anlage spazieren. Ein anderer Vorteil ist, dass man für die ÖV kein Geld braucht, den alle Trams und Busse sind gratis.

Heute ist der erste Tag der Lockerung, wenn man das so sagen kann. Ab heute dürfen Geschäfte bis zu 200 m2 unter strengen hygienischen Auflagen wieder öffnen. Restaurants, Bars und Shoppingcenter bleiben jedoch noch geschlossen. Wenn man ein Geschäft betritt, muss man eine Maske tragen und die Personenanzahl ist beschränkt. Das Gleiche gilt für die ÖV die ab heute nicht mehr gratis ist. Von „Normalität“ ist man jedoch noch weit entfernt. Wir waren neugierig und spazierten durchs Zentrum um zu schauen welche Shops offen hatten. Es waren nicht so viele, da es in unserer Gegend viele Restaurants hat die geschlossen sind. Auch auf den Strassen hat es mehr Verkehr und dementsprechend steigt auch der Lärmpegel. Es sind auch mehr Menschen unterwegs, wobei meistens darauf geachtet wird, dass der Abstand genügend gross ist. Ist man zuvor in einer Gruppe nahe beieinandergestanden und hat sich auch berührt, sieht man keine grösseren Gruppen und das Gespräch findet auf Distanz statt. Berührungen sieht man nur noch im Familiären Bereich. So etwas konnte man sich zuvor gar nicht vorstellen. Unglaublich was so eine weltweite Pandemie alles auslösen kann. Von den wirtschaftlichen Herausforderungen sind die Folgen kaum abschätzbar. Dieses Jahr wird sich wohl jeder sich Fragen ob er eine Reise unternehmen soll und wie gross das Risiko in den Ballungszentren der Touristenregionen wohl ist. Ob es dieses Jahr überfüllte Strände gibt ist sehr fraglich und wie dann die Sicherheitsvorkehrungen sein werden, ist das nächste Thema. Natürlich stellen auch wir uns diese Frage, da unsere Weiterreise im Moment in den Sternen steht. Bevor es keinen Impfstoff gibt oder der Corona Virus zu einem „normalen Schnupfen“ mutiert, wird wohl eine grosse Unsicherheit in der Luft schweben. Nun, wir werden sehen was die Zukunft noch alles für uns bereit hat.

 

18.5. Ab heute beginnt der 2. Schritt der Lockerung. So dürfen Restaurants und Einkaufscenter öffnen, wobei es klare Richtlinien betreffend Hygiene und Anzahl Personen gibt die sich im Geschäft aufhalten dürfen. Also spazierten wir durch die Gassen in unserer Umgebung und schauten uns um. Zu unserer Überraschung ist jedoch noch sehr viel geschlossen. Es hat auch mehr Menschen unterwegs, doch dürfte dies nur ein Bruchteil sein, von dem was in einer normalen Saison unterwegs ist. Natürlich fehlen hier die unzähligen Touristen. Ausser 2 verirrten Schweizer sieht man hier keine Touris. So gehört Lissabon nun den Einheimischen die langsam aus der Quarantäne kommen. Das Shoppingcenter in unserer Nähe ist jedoch noch geschlossen. Nur der H+M, der einen sep. Eingang von der Strasse hat, war offen. Man steht jedoch an und von den 3 Geschossen war nur eines für die Kunden geöffnet. Dies ist natürlich die Damenabteilung. Die Herren der Schöpfung dürfen wie immer hintenanstehen. Wieso nur ein Geschoss offen war, ist uns nicht klar. Bei warmen Temperaturen und strahlenden Sonnenschein möchte man natürlich seinen Drink im Freien geniessen, was wir auch taten. Normalerweise gibt es sicher keine freien Tische aber jetzt hat man fast das ganze Restaurant zur Verfügung und der Abstand zwischen den Tischen ist mit über 2m doch erheblich. Für solch verirrte Touristen wie wir, sind die Zustände schon fast paradiesisch in Bezug auf die Menschenmassen. So sassen wir gemütlich am Ufer des Tejo und genossen die friedliche Stimmung. Kurz entschlossen, beschlossen wir am Abend in ein Restaurant zu gehen. In der Fussgängerzone setzten wir uns in ein einfaches Restaurant und liessen uns mit Meeresfrüchte-Spaghetti und gegrillten Fisch verwöhnen. Auch hier hatten wir das ganze Restaurant für uns und die Hygiene Vorschriften wurden strikt eingehalten. Also von Normalität ist man auch hier weit entfernt. Was uns jedoch während unserem Rundgang durch die Strassen und in den Geschäften auffiel, ist die Disziplin der Einwohner. Da zieht jeder die Maske an bevor er ein Geschäft betritt und desinfiziert die Hände. Da gibt es kein Murren, Reklamieren oder Ungeduld, wenn man in der Warteschlange steht. Auch solche Menschenansammlungen wie wir sie aus den Medien von der Schweiz sehen, gibt es hier nicht. In der ÖV zieht jeder wie selbstverständlich seine Maske an. Wenn man bedenkt wie Portugal vom Tourismus abhängig ist, scheint hier die Regierung die richtigen Schritte, auch was die Informationen anbelangt, in die Wege geleitet zu haben. Trotz dem wirtschaftlichen Druck ist man hier sehr Vorsichtig, was die Rückkehr zur Normalität anbelangt. Wir werden sehen wie sich das Ganze weiterentwickelt.

 

4.6. Unser Alltagstrott erhielt mit der 3. Phase der Lockerung eine Abwechslung. Viele Museen und Kirchen haben unter strengen Auflagen geöffnet. Natürlich nützten wir diese willkommene Abwechslung aus und besichtigten das Kloster San Vicente de Fora dessen Grundmauern bis ins 12. Jh. zurückreichen. Das Kloster wurde von dem Augustiner Orden gegründet und hat in den vergangenen Jahrhunderten viele Zerstörungen durchstehen müssen. Nach dem grossen Erdbeben von 1755 musste das Kloster neu aufgebaut werden und wurde erst kürzlich saniert. Wir fühlten uns wie Könige die alleine die Anlage besichtigen durften. Anderseits war es auch etwas Gespenstiges so alleine durch einer der Hotspots von Lissabon zu streifen und alle Zeit der Welt zu haben diese schöne Anlage anzuschauen. Kein Drängeln, keine Touris-Gruppen mit ihren Guides und niemand der dir vor dem Fotomotiv steht und nicht auf die Seite ausweichen will. Kein Laut störte die erhabene Stille, ausser wenn wir selber sprachen. So etwas haben wir auch noch nie an einem Touristischen Highlight erlebt. In Ruhe konnten wir die Ausstellungsräume mit den sakralen Objekten und die vielen typischen Azulejo (Plättli) Wände betrachten die für Portugal so bezeichnend sind. Hier haben auch viele der Portugiesischen Könige ihre letzte Ruhestätte. Wir konnten auch auf das Dach der Kirche und genossen einen schönen Rundblick auf das Alfama Quartier. Die Kirche selber ist eher ein nüchterner Bau und war fast ein wenig endtäuschend. Hier gab es keine Barocke „Gold-Orgie“ wie man sie vermuten könnte. Gleich hinter dem Kloster steht das Panteao Nacional, welches auch die Grabstätte von Vasco da Gama beherbergt der den Schiffsweg nach Indien entdeckte. Zu unserer Überraschung ist hier auch das Grab des berühmten Fussbaler Eusebio, der wie ein Volksheld gefeiert wurde und 2014 starb.

Am folgenden Tag schauten wir uns dann ein weiteres Muss von Lissabon an. Das Castelo S. Jorge wurde von den Mauren im 11. Jh. erbaut und war nach der Eroberung durch die Portugiesen viele Jahrhunderte der Wohnsitz der Könige. Hier waren wir mit einer Handvoll weiterer Besucher unterwegs die sich in dieser grossen Burganlage verloren. Der Ausblick von der Burg über die Stadt ist einmalig. Dann hatten wir noch das Glück mit dem Wetter, denn dank dem kühlen Wind hatten wir eine unglaubliche klare Weitsicht. Auch hier wurden viele Markierungen, die auf die 2m Abstand hinwiesen, platziert. Dies ist jedoch im Moment nicht notwendig da es nur wenige Besucher gibt. Welch ein Genuss für Besucher die Sehenswürdigkeiten in Europa ohne die Touristenströme zu bewundern. Zurück spazierten wir durch das Alfama Quartier das langsam wieder zum Leben erwacht mit den kleinen Restaurants die nun öffnen. Aber auch hier fiel uns die Disziplin der Portugiesen auf, die wie selbstverständlich und ohne zu Murren mit der Maske in ein Restaurant oder Shop gehen, sowie geduldig in der Warteschlange mit 2m Abstand stehen bis sie hineindürfen.

 

20.6. Sommeranfang, morgen ist der längste Tag des Jahres und Sonnenwende. Danach werden die Tage wieder kürzer…….bevor die Ferien beginnen. Dieses Jahr sind die Ferien jedoch eine Herausforderung mit der jeder zu kämpfen hat, wenn er nicht leichtsinnig sein will. Es ist ja nicht so einfach einen „sicheren“ Ferienort auszuwählen, auch wenn von den Feriendestinationen grosse Anstrengungen unternommen werden, damit sich die Gäste sicher fühlen. Dies gilt nicht nur für die anderen, sondern auch für uns da wir zur Risikogruppe gehören. Wir haben uns für eine Rundreise durch Portugal entschieden bevor wir dann in die Schweiz fliegen. Es wird ja bereits von einer 2. Welle gesprochen und es ist auch ein leichter Anstieg bei den Neuansteckungen zu verzeichnen. Wir sind gespannt wie sich die Menschen verhalten werden. Das Jahr 2020 hat uns aufgezeigt was so eine Pandemie auslösen kann und wie unvorbereitet es uns trifft. Obwohl es nicht die erste Pandemie in der Menschengeschichte und auch nicht die Letzte sein wird, ist die Gefahr gross, dass sie in einigen Jahren vergessen sein wird. Sicher wird für diesen Virus ein Impfstoff gefunden, doch der nächste Unbekannte wartet bereits, es ist nur eine Frage der Zeit. Wir könnten noch stundenlang darüber philosophieren und wie man mit solchen Situationen umgehen soll. Aber das ist wohl der falsche Ort…….wir sind ja eine Reise-Homepage.

Seit unserem letzten Eintrag sind schon wieder einige Tage vergangen. In unserem Alltags-Rhythmus hat sich nicht viel verändert. Wir machten einen Ausflug ins Expo Gelände, wo wir diesmal mit der Gondelbahn einen besseren Überblick über das Gelände erhielten. In der Gondel herrscht Maskenpflicht, obwohl wir nur zu zweit darin sassen und die Gondel nach jeder Fahrt desinfiziert wird. Auf dem Gelände gibt es auch das Ozeanarium das jetzt offen war und wir natürlich besichtigten. Wir profitierten von den wenigen Besucher, sodass wir alles in Ruhe anschauen konnten. Aber auch hier war Maskenpflicht und vor den Aquarien gab es Hinweise auf den Sicherheitsabstand. Wir hatten viel Zeit und fühlten uns gleich wieder in der Südsee wo wir durch die Schwärme schnorcheln konnten. Ein Spaziergang führte uns zur Sao Domingo Kirche deren Grundmauern bis ins Jahr 1241 zurückreichen. Dazumal war sie die grösste und schönste Kirche von Lissabon. Auch sie wurde beim grossen Erdbeben von 1755 zerstört und danach wiederaufgebaut. Im Jahr 1959 wütete eine Feuersbrunst im Innern und zerstörte vieles. Erst 1994 wurde sie wieder eröffnet wobei nur ein Teil saniert wurde. So sieht man die Brandspuren noch heute und auch noch in der Zukunft. Nach all den vielen Prachtskirchen mit viel Goldglimmer, ist dies etwas ganz anderes. Auch die Atmosphäre ist speziell bei solch einem Umfeld. Ein spezielles Erlebniss. Bei einem anderen Spaziergang schauten wir die Carmo Kirche an, die weitherum mit ihrem Dachgerippe sichtbar ist und ein archäologisches Museum beherbergt. Die Kirche wurde 1389 vom Karmeliter-Orden gegründet. Sie wurde ebenfalls beim grossen Erdbeben zerstört. Der Wiederaufbau wurde 1834 gestoppt als der Orden aufgelöst wurde. 1864 ist dann die Archäologische Gesellschaft gegründet worden, welche die Ruine übernahm und in ein Museum umwandelte. Inzwischen wurde die Ruine so gesichert und Teilsaniert, dass sie weiterhin als „Ruine“ oder besser gesagt Museum bestehen kann.

 

29.6. In den vergangenen Tagen machten wir einen Ausflug nach Belem, wo wir das riesige Mosteiro dos Jeronimos aus dem 15. Jh., eines der bedeutendsten Bauwerke im Manuelinik Stil, anschauten. 2018 wurde es umfassend saniert und erstrahlt nun in seiner ganzen eindrücklichen Pracht. Gleich gegenüber am Tejo befindet sich das Padrao dos Descobrimentos, das 1960 zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer erstellt wurde. Von der Spitze der 56m hohen Skulptur hat man einen herrlichen Rundblick. In der Nähe befindet sich auch der Torre de Belem. Auch dies ist einer der Hotspots von Lissabon ein begehrtes Fotomotiv. Er wurde 1521 fertiggestellt und diente als Schutzturm für die Stadt. Dementsprechend war er auch mit Kanonen bestückt. Er überstand das grosse Erdbeben von 1755 besser als sein Zwillingsturm auf der anderen Seite von dem nichts mehr vorhanden ist. Wieder hatten wir Glück diese Sehenswürdigkeiten ohne Touristenströme zu geniessen.

Heute war Vorbereitungstag für unsere Portugalrundreise. So fuhren wir mit dem Airport Bus zum Flughafen, wo wir mit dem Shuttle zum Autovermieter gebracht wurden. Da erhielten wir von einem gestressten, nervösen Angestellten einen Seat Leon und machten uns auf den Rückweg zu unserem Apartment. Diesmal war es irgendwie anders bei der Übernahme eines Mietfahrzeuges als gewöhnlich. Nach 3 Monaten im „Lockdown“ sitzen wir wieder in einem Fahrzeug, dass uns die nächsten 4 Wochen durch Portugal führt. Natürlich freuen wir uns auf die Rundreise, doch es ist ein anderes Gefühl mit der Pandemie im Hinterkopf. Nun, wir werden dementsprechend vorsichtig sein und nehmen an, dass es nicht viele Touristen haben wird.

 

30.6. On the road again…….

Nachdem wir unser Gepäck im Auto verstaut und die Wohnung 3 Mal kontrolliert hatten, machten wir uns auf den Weg. Wieder hatte Ugo 3 Navidamen zur Auswahl die unterschiedlicher Meinung sind. Da gibt es das Autonavi, das Handynavi und Colette 😉. Wir haben sogar noch ein weiteres Navi, das TomTom, das jedoch nicht zum Einsatz kommt und im Gepäck bleibt. Während Colette sich mit dem Bordcomputer, im speziellen mit dem Radio beschäftigte, verliessen wir uns wie üblich auf Google Map. Nach kurzer Zeit hatte Colette alles im Griff und das Team war wieder eingespielt. Wir entschieden uns für den längeren Weg der Küste entlang. Leider führt die Strasse nicht nahe der Küste entlang, sodass wir weder die Küste noch das Meer erblickten. Trotzdem genossen wir die Fahrt auf Nebenstrassen mit einem betörenden Duft von den Pinien- und Eukalyptusbäumen. Da sich die Navidamen an einer grossen Kreuzung nicht einig waren fuhren wir prompt in die falsche Richtung. Na ja, Ugo hat noch 4 Wochen Zeit für die „Feineinstellungen“ 😉. Unterwegs entdeckten wir eine Burgruine auf einem Hügel die wir uns anschauen wollten. Die Ruine war nichts Besonderes, aber der Weg zu und von der Ruine wurde ein kleines Abenteuer. Da half selbst das Navi nicht gross weiter, sondern der Menschenverstand und der Versuch. Wir landeten sogar in einer Sackgasse und mussten ein gutes Stück in einer sehr engen Strasse zurückfahren. Schlussendlich fanden wir dann doch noch den Weg zurück auf die Hauptstrasse. Kurz vor Sagres fuhren wir dann noch zum Miradour Castelejo, von wo man einen schönen Blick auf die Steilküste und den Strand von Cordoama hat. Leider war es nicht so klar obwohl uns eine sehr kühle Briese um die Ohren pfiff. In Sagres bezogen wir ein grosses Zimmer im Mata Beach House mit Blick aufs Meer. Nach dem Zimmerbezug spazierten wir ins nahe Strandrestaurant und genossen ein Rindsfilet und ein Tunsteak auf einem heissen Stein das ausgezeichnet schmeckte. Beim anschliessenden Spaziergang am fast menschenleeren Strand, prüfte Colette die Wassertemperatur und fror sich dabei fast die Füsse ab. Also hier kommt eindeutig kein Südseefeeling zum Tragen, aber dafür ist die Algarve ja auch bekannt.

 

1.7. Unser heutiger Ausflug führte uns zu den Banagil Höhlen. So landeten wir in der kleinen Bucht von Banagil wo wir eine 30 Minuten Bootstour buchten. Ziel waren die unzähligen Höhlen und Buchten die hier von der Brandung in den Kalkstein gefressen wurde. Mit einem kleinen, offenen Motorboot mit 7 Gästen und 2 Mann Besatzung, fuhren wir der Steilküste entlang mit ihren eindrücklichen Felsformationen. Auch die Banagil Höhle mit ihrer Kreisrunden Deckenöffnung, durch die, die Sonne scheint, schauten wir an. Hier hatte es mehr Touristen aber wir nehmen an, dass es nur ein Bruchteil der Menschenmassen sind, die hier bei Hochsaison anwesend sind. Eine faszinierende Bootstour, auch wenn sie nicht so lange dauerte. Wir können verstehen, wenn hier viele Segelschiffe bei solch einer Kulisse unterwegs sind. Dazwischen gibt es immer wieder kleine Buchten, die nur vom Wasser erreichbar sind. Auf der Rückfahrt machten wir noch einen Zwischenhalt in Lagos, wo wir nochmals eine Bootstour unternehmen wollten. Wir hatten jedoch Probleme den richtigen Hafen zu finden und dann mussten wir feststellen, dass die meisten Tour Anbieter geschlossen hatten. Da wir bereits eine schöne Bootstour gemacht hatten und diese Gegend nicht besonders aussah, entschlossen wir uns zur Rückkehr. Im Restaurant gegenüber unserem Hotel genehmigten wir uns einen Drink, genossen die friedliche Stimmung und schauten aufs Meer hinaus.

 

2.7. Nach dem Auschecken fuhren wir zur südwestlichsten Spitze von Portugal, dem Capo Sao Vicente der aus einem Leuchtturm und einigen Gebäude besteht. Wieder pfiff eine heftige kühle Brise um unsere Ohren und dies bei stahlblauem Himmel. Danach besichtigten wir noch die Festung Sagres aus dem 16. Jh. Gemütlich machten wir uns auf den Weg nach Faro. Diesmal wählten wir jedoch die schnellere Route, weil wir die Küstenlinie bei unserem Ausflug nach Banagil abgefahren sind. Wir fuhren durch eine eher karge Landschaft mit vereinzelten Plantagen die jedoch alle bewässert werden. In Faro hatten wir auch einen Termin um 14.00 Uhr mit Aleksandra, bei der wir über Airbnb eine Wohnung im Zentrum gemietet hatten. Kurz vor 14.00 Uhr erreichten wir Faro und kurze Zeit später erschien dann auch Aleksandra die uns die Schlüssel der Wohnung im 7. OG brachte. Die Wohnung ist schon etwas in die Jahre gekommen aber okay. Vom Balkon haben wir einen guten Blick auf das Sumpfgebiet vor dem Meer. Bei unserem Erkundungsspaziergang Richtung Zentrum entdeckten wir ein Strassen-Pup in der Fussgängerzone und genehmigten uns einen Drink und eine kalte Platte. Auf dem Weg zurück kauften wir beim Japaner noch Sushi die wir dann am Abend mit Sake genossen.

 

3.7. Heute wollten wir die Eco-Korkfabrik in Sao Bras de Alportel besichtigen. Im Internet informierten wir uns über die Öffnungszeiten. Soweit so gut und so machten wir uns auf Nebenstrassen auf den Weg zur 30km entfernten Korkfabrik. Wir erwarteten auf den Weg dorthin viele Korkbäume zu sehen, aber dem war nicht so. Wir fragten uns bereits wieso die Fabrik hier steht. Dort angekommen war jedoch der Zugang zum Fabrikgelände geschlossen. Auf einem Schild am Fabrikzaun entdeckten wir die Tour Zeiten. Da es kurz vor einer Tour war, beschlossen wir zu warten, doch niemand erschien. Also läuteten wir 2 Mal, doch ausser einem mürrischen Fabrikarbeiter, der nur kurz den Kopf zum Fabriktor hinausstreckte und kein Wort sagte, erschien niemand. So beschlossen wir nach Vila Real de Santo Antonio zu fahren, das am Guadiana Fluss liegt und Portugal von Spanien trennt. Wieder fahren wir auf Nebenstrassen und waren überrascht, dass uns Wohnmobile entgegenkamen.  Darunter waren viele Spanier und Franzosen. Demzufolge sind die Grenzen jetzt offen und die Leute unterwegs. Wir nehmen jedoch an, dass dies nur ein Bruchteil ist, die normalerweise in der Hochsaison unterwegs sind. In Vila Real spazierten wir durchs verkehrsfreie Zentrum bis zum Guadiana Fluss und schauten nach Spanien rüber. Eigentlich wollten wir bei unserer ersten Planung auch durch Spanien fahren, aber da waren die Grenzen noch geschlossen. Nach einem Drink machten wir uns gemütlich auf den Rückweg, wobei wir noch einen Zwischenhalt bei einem grossen Shoppingcenter machten. Am Abend genossen wir in einer einfachen, typischen portugiesischen Quartierbeiz, mit indischer Bedienung eine feine Fisch- und Fleischplatte. Mit Wein, Dessert, Kaffee und Schnaps kostete uns dies nur 25 Euro. Ein unglaublicher Preis für dieses Essen. Da gehen wir wieder hin.