24.2. Den gestrigen Tag brauchten wir wieder einmal für die Homepage um all die Fotos und Berichte hochzuladen.

Nachdem wir unser Gepäck im Hotel in Punta Arenas verladen hatten, machten wir nach einer herzlichen Verabschiedung mit dem „neuen“ Camper auf den Weg und waren gespannt wie sich dieses Fahrzeug verhielt. Zumindest stellten wir rasch fest, dass dieses Fahrzeug etwas weniger schaukelte. Gegenüber dem anderen war jedoch die Innenausstattung,wie wenn man einen VW mit einem Mercedes vergleicht. Da wurde gespart und die billigste Hilux Variante gewählt. Da wäre ein Kurs in Australien angesagt, um das Fahrzeug für den schweren Aufbau sowie die Innenausstattung richtig auszurüsten. Unsere erste Etappe führte uns nach Rio Gallegos. Patagonien, im Argentinischen Teil, besteht vorwiegend aus unendlichen Steppengebiete die sich in Hoch- und Tiefebenen aufteilen. Wir sahen viele kleine Guanakos Herden und zwischendurch auch Schafe. Gerne hätten wir noch einen richtigen, urchigen Gaucho auf seinem Pferd gesehen. In Rio Gallegos platzierten wir uns, auf einen der sehr wenigen Campingplätze für Camper. Der Pescazaike Camping liegt direkt neben dem Fluss Serano und ist bei den Fischern sehr beliebt. Aber auch hier mussten wir schauen, um unser Gefährt an einen geeigneten Platz zu stellen. Da der freundliche Manager so sehr von seinem Restaurant schwärmte, gingen wir hinein und liessen uns mit herrlichen, frischen Empanadas bedienen.

 

25.2. Unser erstes Ziel war das Zentrum von Rio Gallegos. Erstens wollten wir endlich unsere Argentinische SIM Karte in Betrieb haben und zweitens brauchten wir einen Heizlüfter, weil unsere Gasheizung ausgestiegen ist und das bereits am 2. Tag . Das fängt ja gut an mit dem neuen Fahrzeug bei dem die Fernbedienung für die Schliessung auch nicht funktioniert. Das zum Thema „neues“ Fahrzeug. Ein sehr freundlicher Angestellter bei Claro erklärte uns, dass die gekaufte SIM Karte vor über einem Jahr abgelaufen ist und wir eine Neue brauchten. Da hat uns jemand über den Tisch gezogen. Zumindest Wissen wir nun, auf was wir achten müssen. Also kauften wir Eine für Colettes Handy und Eine für die Box. Nach mehr als einer Stunde funktionierte dann beides und wir machten uns auf die Suche nach einem Heizlüfter. Nach dem 4. Shop hatten wir, inkl. Adapter, da dieser natürlich auf Argentinische Stecker ausgerüstet ist. Endlich konnten wir uns auf den Weg nach Santa Cruz machen. Mit ein wenig suchen, fanden wir dann den Camping Municipal wo wir fast alleine waren. Im Windschatten, hier bläst immer ein starker Wind und bei Sonnenschein genossen wir, nach langer Zeit, unser Essen im Freien.

 

26.2. Eigentlich wäre heute eine grosse Etappe angesagt aber kurzerhand verkürzten wir dies und so fuhren wir wieder über Hoch- und Tiefebenen, vorbei an Guanakos- und Nandu-Herden nach Puerto San Julian. Sogar ein Gürteltier rannte wieder über die Strasse, das wir beinahe überfahren hätten. Wieder platzierten wir uns auf den Camping Municipal der direkt neben dem Fjord liegt. Auch hier waren wir fast die Einzigen und konnten uns einen sonnigen, windgeschützten Platz aussuchen. Auf unserem Erkundungsspaziergang landeten wir im einzigen noch offenen Restaurant und genossen ausgezeichnete Meeresfrüchte.

 

28.2. Gestern erhielten wir eine Privat-Führung durch die Replika Victoria, Magelans Schiff. In dieser geschützten Bucht verbrachte Magelan 6 Monate um seine Schiffe zu reparieren und Lebensmittel zu ergänzen. Die Replica war mit den lebensgrossen Figuren sehr eindrücklich und man erhielt einen kleinen Einblick in das harte und einfache Leben auf dem Schiff. Inzwischen waren die Temperaturen so angenehm, dass wir wieder draussen Essen konnten und den Grill benützten.

Um 9.00 Uhr waren wir abfahrbereit und machten uns auf den Weg Richtung Norden. Uns begleitete eine unendliche Steppenlandschaft, am Anfang noch mit vereinzelten Büschen und dann gar nichts mehr. Die letzten 50km zum Bosque Petrificados war dann eine Rumpelpiste und so konnten wir gleich einmal dieses Fahrzeug auf solchen Strassen testen. Es verhielt sich ordentlich und schaukelte auch etwas weniger. Je näher wir dem Ziel kamen umso öfter mussten wir halten und die Landschaft betrachten. Eine farbige „Mondlandschaft“ brachte uns immer wieder zum Staunen. Auch Guanakos und den Mara grösser als ein Feldhase (aus der Familie Meerschweinchen) konnten wir sehen. Bei der Rangerstation erhielten wir im kleinen Museum einen Überblick und die nötigen Informationen für den ca. 2km langen Rundgang. In dieser Landschaft in der man ausser dem Windsäuseln nichts hört, kann man 150 Mio. alte versteinerte Bäume bewundern. Wie bei den „lebenden“ Bäumen kann man jedes Detail sehen. Die Rinde, die Jahrringe und Astansätze, nur das dies alles versteinert ist. Sowas haben wir noch nie gesehen. Natürlich war Colettes Fotoapparat im Dauereinsatz. Nachdem wir diesen magischen Ort genossen hatten, fuhren wir 20km zurück und platzierten uns auf dem einzigen Campingplatz weit und breit. Wir wurden vom einzigen Bewohner dieser 3 Häuser herzlich empfangen und voller Stolz präsentierte er uns seine Einrichtung. Es war recht sauber aber schon ziemlich in die Jahre gekommen. Da fragt man sich wirklich, was er an solch einem Ort mit seinen 2 Hunden und einer Katze macht, denn nach der Begrüssung verzog er sich in seine Hütte und wir sahen ihn an diesem Tag nicht mehr. Strom gab es hier nur wenn der Generator läuft und dies ist für kurze Zeit am Abend. Ausser dem quietschen des rostigen Windrades, einem gelegentlichen Vogelgezwitscher und dem säuseln des Windes hört man hier nichts.

 

1.3. Nach der freundlichen Verabschiedung rumpelten wir die 30km zurück auf die Hauptstrasse. Dann lagen 269km öde Steppenlandschaft vor uns. Bäume sahen wir nur bei den Estancias, von denen es vielleicht eine Handvoll gibt. Nach dem Abzweiger Richtung Puerto Deseado entdeckten wir einen grossen neuen Windmühlen-Park der ca. 70km vor Deseado liegt. Wir mussten sogar von der Strasse weil eine LKW Kolonne mit Begleitfahrzeugen entgegen kam, die riesige Teile für weitere Windgeneratoren transportierten. In Deseado platzierten wir uns auf den Camping Municipal der sehr Zentral liegt. Dann informierten wir uns über die Ausflugmöglichkeiten und buchten für den nächsten Tag eine Tour auf die Pinguin Insel.

 

2.3. Kurz vor 8.00 Uhr standen wir im Büro und wurden mit zusätzlichen Jacken und Schwimmwesten ausgerüstet. Anscheinend wird es eine feuchte und kalte Tour, da der Himmel auch sehr bewölkt aussah. Mit einem mittleren Gummiboot und 13 Passagieren machten wir uns auf den Weg zur Pinguin Insel die ca. 40 Minuten entfernt liegt. Schon nach kurzer Fahrt hatten wir einige der seltenen, kleinen Chilenischen Delfine um unser Boot. Es ist immer wieder faszinierend diese eleganten Schwimmer zu beobachten. Mit Wind und Wellengang fuhren wir dann zur Pinguin Insel. Da es hier keinen Landungssteg gibt und der Kiesstrand von den Seelöwen besetzt ist, mussten wir über glitschige Felsen an Land gehen und dies mit Wellengang. Nicht gerade ein einfaches Unternehmen. An Land wurden wir von Roxana, die ausgezeichnet Englisch spricht, über die Geschichte dieser Insel mit dem defekten Leuchtturm informiert. Besonders über die tierischen Bewohner die nun im Nationalpark leben dürfen. Unter anderem gibt es hier die Magelan und die Rockhopper Pinguine die der Grund für unseren Besuch waren. Im Weiteren leben hier Seelöwen, Seeelefanten, 4 Kormoran- und diverse Seemöwen-Arten. Unter Roxanas Führung konnten wir sehr nahe an die Tiere heran gehen. Die Pinguine sind am mausern und sehen mit ihrer „Wolle“ herrlich aus. Von den ca. 40cm grossen Rockhoppers mit ihren roten Augen waren wir „hin und weg“. Man konnte sich kaum satt sehen und Colette hatte den Fotoapparat unter Dauer Einsatz. Sie kommen hierher zum Brüten und verlassen die Insel ca. im April. Die Kolonie besteht aus ca. 1‘200 Paare und bevölkern einen kleinen Teil dieser kleinen Insel. Inzwischen haben der Wind und der Wellengang stark zugenommen, sodass wir eine „ruhigere“ Stelle für das Einschiffen suchen mussten. Fast mit akrobatischen Einlagen über die glitschigen Felsen mussten wir aufs Boot steigen. Doch dies war erst der Anfang. Bei starkem Wellengang wo unsere Nussschale ziemlich durchgeschüttelt wurde, machten wir uns auf den Rückweg. Über eine Stunde brauchten wir für den Rückweg und kamen klatschnass am Pier an. Dies vor allem weil zwischendurch öfters eine Welle ins Boot schwabte. Da unser Camper zum Glück auf dem Parkplatz stand konnten wir zumindest trockene Kleider anziehen. Zurück im Camping hingen wir unsere nassen Klamotten auf und gingen danach ins Zentrum um den hiesigen Karneval anzuschauen, der vor allem aus lauter Musik bestand. Verschiedene Gruppen zeigten ihre mehr oder weniger eingeübten Tanzdarbietungen mit vorwiegend Trommelbegleitung. Nach einer Weile hatten wir genug gesehen und auch Hunger und so begaben wir uns ins Restaurant um unsere Mägen zu beruhigen.

 

5.3. Natürlich war das Wetter nach unserem abenteuerlichen Ausflug, viel besser und die Sonne schien vom Himmel. Anscheinend hatten wir für unseren Ausflug den falschen Tag gewählt. Wir verlängerten um 2 Tage damit wir unsere Reiseroute nochmals überarbeiten konnten und vor allem um die hunderten von Fotos aus zu sortieren und zu bearbeiten. Seit der Abfahrt von Punta Arenas hatte Colette nie Zeit dafür und auch keinen Internetzugang. Hier war das Internet teilweise, für hiesige Verhältnisse, recht gut. Wir hatten auch das Glück einen fantastischen, farbintensiven Sonnenuntergang zu erleben.

Nachdem wir unsere Mägen gefüllt, den Durst des Campers mit Diesel gestillt und Lebensmittel eingekauft hatten, machten wir uns auf den Weg. Wieder fuhren wir durch die öde Steppenlandschaft bevor sie zu einer grünen Buschlandschaft wechselte. Die letzten 60km fuhren wir dann der Küste entlang bis nach Rada Tilly, wo wir uns auf dem Camping Rada Tilly platzierten. Auf der ganzen Fahrt hatten wir entweder mit Seiten- oder Gegenwind zu kämpfen, was sich natürlich im Dieselverbrauch sehr bemerkbar zeigte. Die Gegend um Comodoro Rivadavia ist geprägt von der Ölindustrie. Überall sieht man Ölpumpen, Tankanlagen und unzählige Tankwagen auf den teilweise schlechten Strassen.

 

6.3. Unser heutiger Ausflug führte uns zu dem 150km entfernten Bosque Petrificado in Sarmiento. Wieder hatten wir mit starkem Gegenwind zu kämpfen. Unglaublich aber hier in Patagonien bläst immer ein Wind mit ca. 40 – 50km/h und zwischendurch kommt eine Böe wo man Angst kriegt von der Strasse zu fliegen. Unser Google Navi führte uns direkt zu einer Militärbasis. Dort wurden wir genauso erstaunt angeschaut wie wir sie. Ein freundlicher Offizier erklärte uns dann auf Englisch-Spanisch wo wir hinmüssen. So fuhren wir los und fanden schon bald die entsprechenden Wegweiser. Wieder veränderte sich die Landschaft und trotz Wolkenhimmel waren wir beeindruckt. Bei der Rangerstation wurden wir informiert und machten uns auf den ca. 1 Stündigen Rundgang. Hier gibt es nicht so viele versteinerte Bäume, dafür sind die farbigen Schichten der Hügelketten sehr eindrücklich. Das kann man sich kaum vorstellen, aber vor 90 Mio. Jahren gab es hier Wälder, Flüsse und Dinosaurier und Heute ist es eine karge Felslandschaft. Schon die Zeitspanne ist für unser Mensch Dasein von ca. 5‘000 Jahren unvorstellbar. Auf der Rückfahrt hielten wir in Sarmiento und bestellten im Restaurant eine Grillade für 2 Personen. Das war definitiv das Falsche, denn es kam eine Fleischplatte für mindestens 4 Personen. Selbst wenn wir für eine Person bestellt hätten wäre es für uns mehr als genug gewesen. Auf der Rückfahrt nach Rada Tilly konnten wir dann vom starken Rückenwind profitieren und den 6. Gang benützen der bei der Hinfahrt schon gar nicht zum Einsatz kam.

 

7.3. Heute war „Kilometer-Fressen“ angesagt. Also begaben wir uns schon früh auf den Weg. Auf der ganzen Fahrt durch die öde Landschaft bis Rawson begleitete uns ein Nieselregen. Mal stärker und mal schwächer. Nun ja, da es nichts Besonderes zu sehen gab mussten wir uns auch nicht über das Wetter ärgern und kamen auch nicht ins Schwitzen. An der Playa Union in Rawson standen wir vor dem Camping Serros mit einem Schild, Cerrado (Geschlossen). Da eine Torhälfte offen stand und jemand im Büro sass fragten wir nach. Die Antwort war dann auch verwirrend: Ja es ist geschlossen, aber wir können trotzdem hier Campen. Es funktioniere alles inkl. warmer Duschen. Ausser einem Zelt waren wir die Einzigen. Also suchten wir uns einen guten Platz, stellten den Camper hin und machten uns nach der langen Fahrt auf die Suche nach einem Restaurant. Wir landeten im Restaurant Juliana, das einzige weit und breit, und wurden mit einer fein schmeckenden Meeresfrüchte-Platte verwöhnt.

 

9.3. Wir verlängerten um einen Tag und lernten unsere Nachbarn, die noch spät abends vom 8. eintrudelten, kennen. Yeka (Tscheka) und Jorge (Chorche) sind aus Punta Arenas und ebenfalls mit einem Camper unterwegs. Wir verbrachten den grössten Teil des sonnigen Tages mit ihnen, wobei wir spanisch Unterricht erhielten und viel lachten. Das ging dann beim Abendessen im Juliana weiter bis uns die Köpfe rauchten. Doch das war noch nicht genug, denn danach sassen wir bei ihnen im Camper, tranken noch was, Jorge spielte auf seiner Gitarre und sang dazu. Er hatte eine ausgezeichnete Stimme der wir sehr gerne lauschten. Natürlich wurde es etwas „früher“ als wir uns wünschten, den am gleichen Tag war wieder eine lange Strecke auf dem Programm. Jorge hat auch eine spezielle Trinkgewohnheit denn er mischt Weisswein mit Orangensaft. Dies soll den weniger guten Wein schmackhaft machen. Ist auch eine Möglichkeit die uns jedoch gar nicht schmeckte.

Bereits um 6.00 Uhr durften wir wieder aufstehen während unsere Nachbarn noch genüsslich den Geschichten des Kissens horchten. Als wir uns nach 8.00 Uhr auf den Weg machten, war von ihnen immer noch nichts zu hören. Unsere Tagesetappe war bis San Antonio Oeste. Da landeten wir auf dem einzigen Campingplatz der eher einem Schrottplatz glich. Woher die guten Kommentare über den Club Nautica kamen, war für uns ein Rätsel. Das müssen wohl alles Freunde des freundlichen Managers gewesen sein. Die Einrichtung war völlig heruntergewirtschaftet und sehr dreckig. Ein Wunder, dass der elektrische Anschluss noch funktionierte. Als wir nach einem Restaurant fragten, schickte er uns Richtung Hafen wo wir in einem kleinen Strassenrestaurant landeten. Der Beizer heisst Willy, kaum zu glauben, und servierte uns panierte Fischstücke die ausgezeichnet schmeckten. Er wollte nach dem Essen ein Foto mit uns machen, für sein Gästebuch wo wir uns dann auch noch verewigten. Irgendwie passte das alles zusammen. Der Campingplatz, die staubigen Naturstrassen und die kleinen Beizen an einem kleinen Hafen mit vorwiegend rostigen Fischerbooten. Übrigens, das ist keine Seltenheit, dass in den kleinen Ortschaften die Nebenstrassen, oder Quartierstrassen nicht geteert sind.

 

10.3. Nach einer Nacht hatten wir genug, denn um 23.00 Uhr wurde im angrenzenden Clubraum laute Musik gespielt, die bis zum frühen Morgen dauerte. Etwas müde machten wir uns auf den Weg nach Bahia Blanca. Landschaftlich änderte sich nicht viel. Die trockene Buschlandschaft wurde zur grünen Buschlandschaft aber immer noch ohne Bäume, ausser den gepflanzten bei den verstreuten Estancias. Vor Bahia Blanca wurde dann die Buschlandschaft zu unendlichen Weidefelder für die Kühe und Schafe. Grosse Herden sahen wir jedoch nicht. Es waren immer kleinere Gruppen mit ca. 50 Tiere zu sehen. Der einzige Campingplatz den wir fanden war in einem Park angesiedelt. Aber auch hier war das Tor geschlossen. Eine nette Dame erklärte uns, dass wir auf den Platz fahren dürfen aber das Tor wieder schliessen sollen. Wir dürfen auch die ganze Einrichtung benützen und müssen nichts bezahlen. Das ist uns auch noch nie passiert. Die sanitäre Einrichtung ist schon ziemlich in die Jahre gekommen aber war ziemlich sauber. Die warmen Duschen waren eher im kalten Bereich, aber bei 29° Aussentemperatur war dies noch knapp erträglich. Auch der grosse Platz mit den vielen Bäumen, wo wir neben einem kleinen Zelt die Einzigen waren, war sehr sauber. Im angrenzenden Park mit unzähligen Grillstellen gab es einen riesigen, fast natürlichen Pool, der ohne Wasser war. Anscheinend hat es hier seit längerem nicht mehr geregnet. Auch hier waren die WC Anlagen sauber und für jedermann offen.

 

11.3. Weiter ging unsere Fahrt nach Mar del Plata. Anscheinend DER Ferienort für die Leute aus Buenos Aires. Wir wählten einen Campingplatz direkt am Meer, wo wir ein paar Tage „Ferien“ machen wollten. Die Weidefelder wechselten zu Sonnenblumen- und Maisfeldern soweit das Auge reichte. Mar del Plata ist wirklich ein Touristenort. Am Strand sieht man grosse Sonnenschirm-Anlagen wie in Italien. Einzig, dass jetzt die Saison vorbei und der grösste Teil geschlossen ist. Wir fanden den ausgesuchten Campingplatz La Cabana nicht und es kannte ihn auch niemand. Anhand der Fotos standen wir vor einem anderen der jedoch geschlossen war. Wir fanden dann den El Gregio der jedoch 3km vom Meer entfernt liegt.  Aber auch hier ist die Saison vorbei und ein Teil der Einrichtungen wie Restaurant, Aufenthaltsräume und der kleine Laden geschlossen. Nur der Campingplatz mit den sanitären Einrichtungen ist offen. Wie uns erklärt wurde, ist ab Anfang März die Saison vorbei und alles wird geschlossen. Der Campingplatz ist jedoch das ganze Jahr offen. Das WIFI funktioniere nur mit Karten, die jedoch nicht mehr erhältlich sind. Na super, also werden wir unsere „Strandferien“ wohl auf einen anderen Ort verschieben. So buchten wir 2 Nächte, damit wir wenigstens einen Ruhetag nach all den langen Fahrten haben. Zumindest sind die sanitären Einrichtungen hier sehr sauber und gut. Sogar die warmen Duschen funktionieren ausgezeichnet, was wir natürlich sehr genossen. Ausserdem waren wir super geschützt, weil die Polizei die WC Anlage benutzte.

 

13.3. Trotz allem genossen wir den Ruhetag auf dem fast leeren Campingplatz mit den sauberen Sanitärräumen. Ein wolkenverhangener Himmel begleitete uns auf der gebührenpflichtigen Autobahn nach Buenos Aires, wo wir im Zentrum ein Apartment im Rivadavia gebucht haben. Übrigens die Autobahn hat Wendemöglichkeiten, fährt durch Ortschaften mit normalen Kreuzungen und Fahrräder sieht man auch. Also wie auf einer gewöhnlichen Strassse. Unseren Camper stellten wir in eine Parkverbot Zone und erledigten die Anmeldeformalitäten für unser Apartment. Leider fanden sie für uns keinen Parkplatz in der Nähe und so machten wir uns auf die Suche. Wir fragten bei Tankstellen und dank einer freundlichen Hilfe und etwas Glück fanden wir einen bewachten Parkplatz der ca. 20 Minuten Fussmarsch von unserem Apartment entfernt liegt. Auf dem Rückweg entdeckten wir dann einige weitere bewachte Parkplätze die näher beim Apartment liegen würden. Also da war die Sucharbeit der Reception wirklich sehr schwach.

 

15.3. Wir kauften einen 2 Tages-Pass für den Touristenbus (Hop on Hop off) den wir sehr schätzen, denn damit erhält man wirklich einen guten Überblick. Den ersten Tag fuhren wir die 3 Ruten ab um uns mögliche Sehenswürdigkeiten zu merken. Unser erster Stopp beim 2. Tag war beim Fussballstadion La Bomboniera des Fussball Clubs La Boca Juniors das mitten im Quartier La Boca eingequetscht ist. Es bietet Platz für 55‘000 Zuschauer wobei der Club 200‘000 Mitglieder hat. Somit dürfte es schwierig sein einen Platz zu ergattern. Hier spielte auch Maradona der immer noch wie ein Gott verehrt wird. Auf einer Tour erfuhren wir von der Geschichte und konnten einen kleinen Eindruck von diesem Stadion erhalten das sich alle 14 Tage in einen Hexenkessel verwandelt, wenn der Heim Club spielt. Das wäre sicher ein einmaliges Erlebniss bei solch einem Spiel dabei sein zu können. Leider findet das nächste Spiel erst wieder in 15 Tagen statt, weil im Moment der Südamerika Cup läuft. Vom Stadion spazierten wir zum Caminito das sich zum Künstlerviertel gemausert hat. Hier landeten die Immigranten und lebten in einfachen Blechhütten die nun sehr farbig angemalt sind und zu Restaurants und Shops umfunktioniert wurden. In einem Restaurant lauschten wir 2 alten Gitarrenspielern die auch sangen und genossen die Atmosphäre dieses Ortes der natürlich ein Touris Platz ersten Ranges ist. Ugo musste dann auch noch ein Foto mit einer Tangotänzerin machen. Leider wurden wir zwischendurch immer wieder mit einem leichten Regen beglückt. Dann fuhren wir zum Friedhof La Recoleta der bis weit ins 18. Jh. zurück reicht. Hier hat die Oberschicht ihren letzten Ruheort, wobei das mit der Ruhe vorbei ist, weil es einer der meist besuchten Orte von Buenos Aires ist und ware Touristenströme hier durchgehen. Hier kann man richtige Paläste sehen die für ein Familiengrab stehen. Unglaublich was man hier alles sieht. Natürlich befindet sich auch das Grab von Evita Peron hier, das jedoch durch seine Einfachheit überzeugt. Die Jesuiten Kirche gleich angrenzend, ist aus dem Jahre 1732 und war die erste Kirche hier. Das Innere ist mit reichhaltigen Seitenaltären verziert und der Hauptaltar ist aus Silber. Sie beherbergt auch ein kleines Museum mit der Geschichte dieses Ortes und einige alten Relikten. Wir staunten wie dieser Ort all die Kriege so gut überstanden hat ohne grössere Schäden. Auf der Rückfahrt hielt der Bus an einer Haltestelle, wobei zum Erstaunen aller mitgeteilt wurde, dass hier Schluss sei für Heute. Zum Glück waren wir nicht zu weit weg von unserem Apartment und so machten wir uns zu Fuss auf den Rückweg. Bei einem Theater stoppten wir und buchten für den folgenden Abend gleich ein Dinner mit Tangoshow. Da mussten wir sagen, zum Glück konnten wir nicht weiter fahren sonst hätten wir dieses Theater nicht gesehen und wir wollten uns sowieso noch eine Tangoshow ansehen. In einem Restaurant assen wir dann Asado (Gegrilltes) mit Papas was man hier natürlich machen muss.