2.6. Mit Hilfe unseres Fahrers konnten wir die Grenzformalitäten relativ schnell hinter uns bringen, wobei wir unser gesamtes Gepäck durch den Röntgenapparat schicken mussten. Als wir ein Visa für 3 Monate beantragten, schaute uns der bummelige Grenzbeamte mit seinen Glubschaugen gross an, aber wir kriegten es. Weiter ging die Fahrt und dank Colettes Offlinekarte fanden wir dann schnell das Plaza Sur Hotel. Nach dem Zimmerbezug hiess es dann, zuerst einmal einen ATM finden damit wir zu den Soles kamen. Eine SIM Karte konnten wir leider keine kaufen, weil heute Sonntag die meisten Geschäfte geschlossen haben. In einem kleinen Restaurant liessen wir uns mit Fisch, Reis und Kochbananen verköstigen.

 

4.6. Gestern spazierten wir durch den Markt und dank der grosszügigen Mithilfe eines Claro Angestellten erhielten wir eine SIM Karte. Wie uns der Mitarbeiter erklärte, dürfen sie keine SIM Karten an Ausländer verkaufen. Dies sei in Lima eher möglich in einem grossen Claro Shop. Dies war auch das erste mal, dass wir nicht gleich eine SIM Karte in einem offiziellen Shop erhielten. Also werden wir für unsere Box das erst in Lima machen.

Pünktlich stand das Taxi vor unserem Hotel und nach einer kurzen Fahrt erreichten wir den neuen Flughafen von Tacna. Das übliche Prozedere und wir sassen in der kleinen Wartehalle. Wie wir feststellten gibt es 4 Flüge am Tag, die alle nach Lima fliegen. Mit etwas Verspätung hoben wir ab und flogen, am Anfang, mit relativ klarer Sicht den Anden entlang. Je näher wir Lima kamen umso geschlossener wurde die Wolkendecke. Am Flughafen wurden wir von einem Europcar Mitarbeiter erwartet und ins Büro gefahren. Nach den Formalitäten stiegen wir in den 4x4 Toyota Fortuner mit 62‘046km auf dem Tacho der uns die nächsten 2 Monate hoffentlich ohne Panne durch Peru fahren wird. Er ist schon eine Schuhnummer grösser als unser letztes Fahrzeug. Den ersten Vorgeschmack auf den chaotischen, hupenden und drängelnden Verkehr durften wir gleich auf dem Weg zum Hotel erleben. Im Andesmar Hotel das sich im Miraflores Quartier befindet, bezogen wir ein grosszügiges Zimmer und unser Fahrzeug konnten wir im geschützten PP hinstellen. Das Abendessen genossen wir im teuren Restaurant Marchand in der Nähe, wo wir die einzigen Gäste waren. Demzufolge wurden wir auch von 2 freundlichen und lustigen Kellner umsorgt. Natürlich durfte der Pisco Sour nicht fehlen der ausgezeichnet schmeckte und viel feiner war als in Chile. Glücklich und zufrieden fielen wir danach ins Bett.

 

8.6. Eine dicke Wolkendecke hängt über Lima und dies sei während dieser Zeit normal.

Wir trafen uns mit Katy und Manuel zum „REAL“ Pisco. Wobei es gemäss den Peruaner nicht nötig ist von einem richtigen Pisco zu sprechen, den der Pisco kommt von Peru!!! Sie holten uns vom Hotel ab und zeigten uns zuerst das Barranco Quartier das von Künstlern bewohnt wird. Beim Tio Mario tranken wir dann Chicha ( ein Süssgetränk ohne Alkohol aus rotem Mais ) dazu assen wir Anticuchos ( Fleischspiesse ) und zum Dessert gab es Picarones ( eine Krapfenart ). Danach fuhren wir zur Beach hinunter. Hier muss man wirklich sagen zur Beach hinunter, denn Lima liegt an einer Steilküste mit einem Höhenunterschied von ca. 200m. In dem Restaurant das wir von Oben fotografiert hatten, tranken wir nun Piscos in verschiedenen Varianten. Darunter natürlich auch einen Pisco Sour. Um unsere Mägen nicht nur mit Flüssigem zu füllen gab es noch einige Meeresfrüchte Häppchen. So verbrachten wir einen wunderbaren lustigen Abend mit ihnen, den wir bei unserer Rückkehr in 2 Monaten wiederholen wollen.

Katy organisierte gestern Abend für uns einen guten Sitzplatz im Theater-Restaurant Sachun. Ab 21.00 Uhr konnten wir eine folkloristische Tanz- und Singshow verfolgen währenddem wir assen. Eine sehr abwechslungsreiche Show die wirklich gut ist und sogar zwischendurch das eigene Tanzbein geschwungen werden kann. Vom mittelmässigen Essen waren wir jedoch nicht sehr angetan. Bis wir dann endlich den guten Nachtgeschichten unseres Kissens lauschen konnten war es bereits nach 2 Uhr.

Heute fuhren wir ins Zentrum das ca.10 km entfernt von unserem Hotel ist. Bei diesem chaotischen Verkehr nimmt man besser ein Taxi, das sich mit diesen Verhältnissen auskennt. Hier wird gesagt, dass wenn man in Lima ohne Schrammen am Auto durchkommt, kann man überall auf der Welt Auto fahren. Dementsprechend sehen die Fahrzeuge auch aus. Selten eines ohne Kratzer oder Beule. Im zentralen Platz, Place de Armas, bewunderten wir die eindrückliche Kathedrale mit dem Grab von Pizzaro, sowie die umliegenden Gebäude aus der Kolonialzeit. Dann schauten wir noch dem Wachablösungsspektakel beim Regierungspalast zu, bevor es dann mit einem „Super-Taxi“ zurück ins Hotel ging. Während der Fahrt schliesst man besser die Augen, denn sonst kriegt man fast einen Herzinfarkt, wenn man sich auf die Fahrt konzentriert. Ach ja, bei unserem Spaziergang durch die Fussgängerzone konnten wir dann noch den Schluss einer Trauung zuschauen und dies in einer sehr dekorativen Kirche. Unser Essen genossen wir bei einem nahen Chinesen, das uns sehr gut schmeckte. Für das Essen zahlten wir nur 10% (Fr. 14.00) gegenüber dem Restaurant Marchand.

 

9.6. Heute starten wir zur Rundreise durch Peru und werden den Kreis in Lima schliessen. Da heute Sonntag ist, war der Verkehr durch die 10 Mio. Metropole noch erträglich und so kamen wir relativ gut durch den Verkehr. Peru ist das 3. grösste Land in Südamerika und hat ca. 30 Mio. Einwohner wovon 1/3 in Lima leben. Das Wetter hat sich jedoch noch nicht geändert, im Gegenteil, teilweise war die Sicht durch den Nebel nur etwa 50m weit. So konnten wir von der Landschaft praktisch nichts sehen. Was uns jedoch auffiel und auch ein wenig erstaunte, war der Abfall neben der Strasse und vor allem die wilden Mülldeponien im Bereich der Siedlungen. Anscheinend gibt es auch hier ein Abfallproblem, denn anders können wir diese Abfallhaufen nicht erklären. Kurz vor Paracas löste sich der Nebel auf und wir sahen einen blauen Himmel. In Paracas wurden wir von Francisco herzlich empfangen und ganz oben ins Cathedral Zimmer platziert. Dieses kleine sympathische Hotel, mit einer super Dachterrasse gleich neben unserem Zimmer, ist erst seit 5 Monaten offen und daher ist auch alles neu. Nachdem wir unser Gepäck im Zimmer hatten, spazierten wir ins Restaurant Nautilus und genossen Riesencrevetten. Dann buchten wir eine Bootstour für den folgenden Tag zu den Ballestras Inseln, wofür alle Touris nach Paracas kommen. Paracas ist ein richtiges Touri Städtchen mit vielen kleinen Hotels, Restaurant, Shops und Reiseagenturen für Ausflüge in die Umgebung. Da wir uns jedoch ausserhalb der Hauptsaison befinden ist der Ansturm noch erträglich und macht diesen Ort auch sehr sympathisch.

 

10.6. Wir waren die einzigen Gäste heute Morgen und wurden von Francisco und seinem Freund auch liebevoll umsorgt. Um 10.00 Uhr standen wir beim Bootssteg und fuhren mit weiteren 46 Besucher in einem offenen Boot zu den Ballestras Inseln die ein Naturschutzgebiet sind. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit, denn der Himmel zeigte sich mit einer geschlossenen Nebeldecke. In früheren Jahren wurde hier Guano (Vogelkot) abgebaut und als Dünger nach England verschifft. Diese kleinen Inseln sind eine schroffe Felslandschaft die von tausenden von Vögeln bevölkert sind. Auch Pinguine und Seelöwen gibt es hier. Während der Brutzeit muss hier ein fürchterliches Gedränge herrschen, denn jetzt schon war fast jeder Felsvorsprung von einem Vogel besetzt. Eine solche Ansammlung von Vögeln haben wir noch nicht gesehen. Nach 2 Stunden waren wir wieder zurück und verbrachten den Rest des Tages im Hotel wobei sich die Sonne am späteren Nachmittag noch zeigte.

 

11.6. Nach dem Frühstück machten wir uns gemütlich auf den Weg nach Ica. Da besuchten wir die ca. 8km ausserhalb liegende Oase Huacachina. Von einer Oase stellt man sich ein Wasserloch vor, dass von Palmen umsäumt ist mit Beduinenzelten und Kamelen dazwischen. Um die Oase die unendlichen Sanddünen. Na ja, das war vielleicht einmal vor 100 Jahren hier so. Heute muss in das Wasserloch ständig Wasser gepumpt werden da es sonst austrocknen würde. Die Zelte mussten den Hotels und Restaurants weichen und die Kamele wurden durch laut knatternde Sandbuggys ersetzt. Also von Wüstenromantik kann hier nicht gesprochen werden. Kaum stiegen wir aus dem Auto wurden wir auch schon von Agenten belagert die uns eine Tour verkaufen wollten. Wir sagten strikte nein und stampften eine Düne hoch wo all die Buggys standen. Da wurden wir von einem Fahrer angesprochen, dem wir für eine einstündige Fahrt zusagten. Es sah schon sehr eindrücklich aus diese gewaltigen, ca. 300m hohen Sanddünen um diesen Tümpel zu sehen. Auf der Fahrt wurden wir ziemlich heftig durchgeschüttelt und mit einem Sand Bord konnte man die Dünen runterrutschen. Leider sah man auch hier die Spuren der Zivilisation mit dem Plastikabfall im Sand. Wirklich schade…..

Dann fuhren wir zum Tacama Weingut, das eines der grössten und besten Haciendas in Ica ist. Wir staunten über die Zufahrtstrasse zu diesem renommierten Weingut, denn es ist eine überwiegend einspurige Holperpiste. Verwöhnt wurden wir dann jedoch mit gutem Wein und zartem Fleisch. Leider reichte es nicht mehr für die Besichtigung der Anlage aber wir haben ja schon einige Kellereien gesehen. So machten wir uns auf den Rückweg und erreichten unser Hotel eine Stunde später. Also während der Hochsaison möchten wir nicht diesen Ausflug machen. Da wird sicher ein fürchterliches Gedränge sein.

 

13.6. Wir verlassen Paracas bei strahlendem Sonnenschein was der erste Morgen ohne Nebel ist. In Ica machten wir einen kurzen Stopp bei einem Baucenter und kauften 2 Übergangsstecker. Es ist ja kaum zu glauben aber unsere teuren schweizerischen Weltstecker haben schon wieder den Geist aufgegeben. Die wurden sicher in China gemacht . Landschaftlich gibt es nicht viel zu erzählen denn es ist eine öde Wüstenlandschaft mit grünen Flecken wo sie künstlich bewässert wird. Die einzige Abwechslung war dann vor Nazca, wo wir ein Tal durchquerten mit einem eindrücklichen Gebirge. Bei einem rostigen Aussichtsturm stoppten wir und konnten einen ersten Blick auf eine Nazca-Figur werfen. Über diese gigantischen Figuren in den Wüstenboden geschürft gibt es viele Geschichten, denn es gibt keine klaren Erklärungen dazu. Man fragt sich, wieso solch grosse Figuren erstellt wurden die nur von einem Flugzeug erkennbar sind und welche Vorstellungskraft diese Kultur benötigte um sie zu erstellen. Am Rande von Nazca bezogen wir ein Zimmer in der Casa Hacienda Nasca Oasis. Die Anlage ist sehr schön im Spanischen Kolonialstil erbaut und macht seinem Namen alle Ehre. Unseren späten Lunch nahmen wir im stilgerechten Restaurant und stellten fest, dass wir fast die einzigen Gäste in dieser Anlage sind.

 

16.6. Gestern buchten wir einen Flug mit einem Kleinflugzeug über die Nasca Linien. Für Südamerikanische Verhältnisse kamen wir in einen fürchterlichen Stress. Zuerst hiess es, dass wir um 11.00 Uhr bei der Reception sein müssen. Dann wurde uns um 9.15 Uhr mitgeteilt, dass wir um 10.00 Uhr bei der Reception stehen müssen, weil der Flug um 10.36 Uhr sei, 36 ??? Um 9.45 Uhr wurde uns ins Zimmer telefoniert dass der Transport bereit ist. Kaum im Fahrzeug, teilte uns der Fahrer mit, dass wir nicht mit Kreditkarte zahlen können, weil die „Maschine“ defekt sei. So fuhren wir ins Zentrum zu einem ATM und danach zum kleinen Flughafen. Da wurden wir auf die Waage gestellt und den Rucksack mussten wir im Büro deponieren. Dann folgte eine kurlige Sicherheitskontrolle und schon sputeten wir auf der Piste Richtung Flugzeug, die eine Cessna ist. Unglaublich aber um 10.36 Uhr hoben wir ab. Wir überflogen 12 dieser gigantischen Figuren die nur aus der Luft ersichtlich sind und erst 1941 entdeckt wurden als Linienmaschinen dieses Gebiet überflogen. Da hat die Nasca Kultur, von der man sehr wenig weiss, weil es keine schriftlichen Überlieferungen gibt, vor über 2‘000 Jahren etwas unglaubliches geschaffen, wenn man bedenkt dass sie wahrscheinlich ihre Bilder nie aus der Luft betrachten konnten. Diese Figuren sind bis zu 300m lang, wobei es geometrische Figuren gibt die mehrere Kilometer lang sind. Gemäss neusten Erkenntnissen sollen sie für Zeremoniale Gegebenheiten benützt worden sein. Nun wie dem auch sei, es wird wohl nie ganz geklärt werden. Auf dem eher unruhigen Flug versuchte Colette so gut wie möglich einige Fotos zu schiessen. Wieder zurück im Hotel war Fotobearbeitung und relaxen angesagt.

Heute besichtigten wir die Aquädukte der Nascas. Sie haben ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem geschaffen. Ein Teil dieses System funktioniert noch heute. Da wurden weitverzweigte unterirdische und offene Kanäle angelegt, die mit spiralförmigen Brunnen erschlossen wurden. Dank einer Führung durch die Brunnenanlage, erhielten wir viele Informationen über die Brunnen und die Pflanzenwelt. Kurz entschlossen besuchten wir danach das private Museum Antonini. Hier erhielten wir nochmals einen Eindruck über die Nasca Kultur, die vor den Incas hier herrschte und ca. 600 nach Christus verschwand. Dann wollten wir noch die Cahuachi Pyramide, die etwa ähnlich wie die in Lima ist, besuchen. Mit Google Map machten wir uns auf den Weg und durften von der Panamericana auf eine ca. 18km lange Holperpiste abzweigen. Nach kurzer Holperfahrt sahen wir am Wegesrand einen fast nackten Mann am Boden liegen. Er schien tot zu sein. Da uns ausdrücklich eingetrichtert wurde niemals bei komischen Situationen zu halten fuhren wir weiter. Die Piste wurde immer schlimmer, die Hinweisschilder immer rarer und unser Fahrzeug hatte seinen ersten Härtetest. Schlussendlich landeten wir vor einer Schranke auf der Privado stand. Nach einigen vergeblichen Versuche weiter zu kommen, gaben wir auf und machten uns auf den Rückweg. Der nackte Tote war inzwischen wieder auferstanden, stand wie Gott in schuf am Wegesrand und schaute etwas dämlich in die Gegend. Auch diesmal hielten wir nicht und fuhren zurück ins Hotel. Nun können wir auch einen nackten „Nicht Toten“ auf unsere Erlebnisliste schreiben.

 

17.6. Heute stand eine lange Etappe auf dem Programm, obwohl es nur 400km sind benötigten wir Total 8 Stunden. Um 9.00 Uhr fuhren wir los und entdeckten einige Kilometer nach dem ersten Schild, ein zweites, das nach Cahuachi wies. Kurz entschlossen schwenkten wir auf die 17km lange Holperpiste mit der Voraussetzung, dass wir bei der ersten komischen Abzweigung ohne Hinweisschild wieder umkehren. Erstaunlicherweise gab es fast alle 500m ein Hinweisschild und die Piste war viel besser als gestern. So erreichten wir diese Anlage, die vor fast 2‘000 Jahren von den Nasca gebaut wurde und auch einige Fragezeichen aufwirft. Wie in Lima wurde auch eine Pyramide mit vielen Terrassen gebaut, die für diverse Zwecke verwendet wurden. Man nimmt an, dass es ein Pilgerort ist der für Zeremonien verwendet wurde. Wir waren heute die 2. Besucher und konnten die Tempelanlage auf vorgegebenen Wegen anschauen. Leider wurde die Erforschung dieser grossen Anlage aus Geldmangel gestoppt und so befindet sich höchstwahrscheinlich noch einiges unter dem Wüstensand. Der Abstecher zu dieser Anlage hat sich gelohnt, trotz der Zeitknappheit. Wieder zurück auf der Panamericana ging es der Küste entlang weiter. Wir fuhren an zerklüfteten Felsenküsten, riesigen Sanddünen, kleinen Siedlungen, grüne Flusstäler und sandigen Hochebenen vorbei. Auf den Hochebenen wehte ein solch starker Wind, dass wir das Gefühl hatten durch einen Sandsturm zu fahren. Teilweise war die Sicht kaum 50m weit. Als wir dann in Camana ankamen, bezogen wir ein kleines, sauberes Zimmer im Golden Inn.

 

18.6. Unsere heutige Etappe war nicht mehr so lang und so konnten wir es eher gemütlich angehen. Wir verliessen die Küste und fuhren ins Landesinnere nach Arequipa das auf 2‘400m liegt. Wieder entpuppte sich die Landschaft als Abwechslungsreich, obwohl 99% davon eine Wüste mit kaum Vegetation ist. Nur in den wenigen Flusstäler, die wie eine Oase wirkten, sahen wir grüne Anbauflächen mit Gemüse, Früchten und Kakteenfelder. Auch Olivenbaumplantagen konnten wir entdecken. In der Ferne sahen wir auch einen aktiven Vulkan mit seiner Rauchsäule und daneben Schneeberge. Leider war es sehr dunstig sodass wir keine klare Sicht hatten. In Arequipa herrschte ein fürchterliches Verkehrschaos mit Strassenumleitungen und wir hatten etwas Mühe zum Hotel D’Carlos Class zu gelangen. Im 4. OG mit Sicht auf die Stadt, Schneeberge und den Vulkan Misti der auch aktiv ist, bezogen wir unser Zimmer mit Balkon. Da es an einer Hauptstrasse steht ist es nicht sehr leise und man hört das ewige gehupe sehr gut. Im Restaurant La Italiana liessen wir uns mit einer feinen Pasta verwöhnen und verfolgten das Fussballspiel Bolivien gegen Peru. Es waren wohl alle vor der Flimmerkiste, denn die Strassen waren fast alle leer. Dann gewann Peru mit 3:1 was natürlich lautstark gefeiert wurde, denn es geht um die Copa Americana die in Brasilien durchgeführt wird.

 

19.6. Heute besichtigten wir das Stadtzentrum mit den spanischen Kolonialbauten und der Kathedrale an der Placa de Armas. Die darf man nur mit einem Guide besichtigen und erhält dadurch auch sehr gute Informationen. Wir waren zu sechst und die Führung von unserem Girl war wirklich super. Diese Kathedrale aus weissem Vulkangestein, wie viele andere Gebäude auch, wurde 1544 gegründet. Sie musste viele Erdbeben, Zerstörungen und Feuer über sich ergehen lassen. 1844 zerstörte ein grosses Feuer die Kathedrale fast vollständig. 2001 zerstörte ein starkes Erdbeben die Türme und weite Teile der Stadt. Sie wurde wiederaufgebaut und erscheint heute in ihrer ganzen Pracht. Im Innern gibt es auch noch ein Museum mit unglaublichen Reliquien, die mit Edelsteinen besetzt sind. Da durften wir nicht fotografieren. Nach dieser eindrücklichen Führung spazierten wir zu naheliegenden Santa Catalina Kloster, das erst seit 1978 für die Öffentlichkeit geöffnet wurde. Dieses Kloster ist ein ganzes Dorf und heute leben noch 20 Nonnen darin. Solch eine Anlage haben wir auch noch nicht gesehen. Hier leben die Nonnen in eigenen „Wohnungen“ mit Küchen die mit Holz befeuert werden. Auch hier haben die vielen Erdbeben ihre Spuren hinterlassen. Sie wurde jedoch zum Teil wiederaufgebaut und man erhält einen sehr guten Eindruck über das Leben in diesen Mauern. Natürlich sind die 20 hier lebendenden Nonnen in einem neueren Teil der nicht besichtigt werden kann. Das ist wirklich ein Highlight von Arequipa und wir hatten Glück, dass nicht so viele Touristen in der Anlage waren.

 

20.6. Heute ist Fronleichnam und ein sehr wichtiger Tag für das Christentum. Hier wird dieser Tag besonders Zelebriert der meistens in einer Prozession endet. So spazierten wir am Nachmittag zur Plaza de Armas nachdem wir unsere Homepage wieder aktualisiert hatten. Als wir dort ankamen staunten wir über den regen Betrieb. Da waren viele Gruppen am Boden die etwas bearbeiteten. Beim genaueren Hinschauen stellten wir fest, dass mit farbigem, feuchtem Sägemehl grosse Bilder gestaltet wurden, die einen christlichen Hintergrund hatten. Gemäss den Infos von der gestrigen Führerin, sollte um 16.00 Uhr die Prozession beginnen. Vor der Kathedrale wurde eine sehr grosse Bühne aufgestellt, auf der, gemäss den aktuellen Infos, ab 18.00 Uhr eine Messe abgehalten wird. Nach der Messe gibt es dann eine Prozession und nicht um 16.00 Uhr wie uns falsch mitgeteilt wurde. Nun waren wir gemäss den Temperaturen von 28° gekleidet und nicht für kühle Abende mit noch einem kälteren Wind. So machten wir uns nach 17.00 Uhr auf den Rückweg und begegneten Massen in warmen Kleider, die alle Richtung Plaza strömten. Nun ob wir viel gesehen hätten wäre noch fraglich, weil ein grosser Teil des Platzes für spezielle Gäste abgesperrt war.

 

21.6. Wieder ein Tag für die Geschichtsbücher. Unser Weg nach Chivay wäre nicht so weit gewesen, wenn unsere Navidamen das „Richtige“ gezeigt hätten. Eigentlich hätten wir schon stutzig werden sollen als das Tomtom und die Google Map verschiedene Zeiten und Wege vorgaben. Gemäss den Vorgaben rechneten wir mit 3 ½ Stunden und daher nahmen wir es gemütlich. Also fuhren wir mit den Tomtom Angaben um 10.00 Uhr los und staunten über die vielen LKW’s auf unserer Rute. Anscheinend ist es hier bei den LKW‘s üblich in Konvois zu fahren. Vorne hat es ein Begleitfahrzeug mit einem Schild auf dem die Anzahl der folgenden LKW’s notiert ist. Dann verpassten wir wegen einer Baustelle und einem fürchterlichen Verkehrschaos eine Abzweigung. Keine der Navidame reagierte darauf und so fuhren wir auf der vermeintlichen Hauptstrasse weiter. Dann wurden wir aufgehalten und nahmen an, dass es wieder eine Baustelle sei. Als wir dann weiterfahren konnten, ging es nur bis zu einem speziellen Konvoi der die ganze Strassenbreite für sich benötigte. Da wurden 5 Ladebrücken für die riesigen Trucks einer Mine transportiert. So folgten auch wir diesem Konvoi und bekamen die ungeduldigen Peruanischen Fahrer zu hören, weil sie einerseits hupten und nach vorne drängelten obwohl es absolut kein Durchkommen gab. Wir fragten uns auch was wohl passiert, wenn auf dieser stark befahrenen Strasse ein LKW entgegenkommt. Nun diese Frage klärte sich, als der Konvoi auf einen Parkplatz auswich und wir auf der Gegenfahrbahn eine grosse Kolonne antrafen, die hier warten musste. Als dann unsere Navidame plötzlich auf eine Piste abzweigen wollte, die mit einer Schranke gesperrt war, sagten wir nein und fuhren weiter. Das Gleiche Prozedere machten wir dann noch 2 mal. In Comodorone zeigte uns Google Map einen weiteren Weg an, der gemäss unserer Kontrolle die letzte Möglichkeit war nach Chivay zu gelangen. Nach der Rückfrage mit einem LKW-Fahrer und einem Ortsbewohner nahmen wir dann diesen Weg der sehr holperig anfing. Nach einigen kleinen Strässchen kamen wir auf eine Piste, die sogar ein Hinweisschild aufwies. Nun wussten wir zumindest, dass der Weg zu unserem Tagesziel der Richtige war. Die Piste entpuppte sich als nicht allzu schlecht und wir hatten das richtige Fahrzeug dazu. Verkehr gab es auch keinen, denn wer fährt schon solch einen Weg ausser 2 verirrte Schweizer Touristen. Dafür war die Landschaft unglaublich Eindrücklich. Dank der klaren Luft hatten wir eine wunderbare Weitsicht und konnten die Gegend bewundern. Eine kontrastreiche Berglandschaft mit zum Teil bizarren Felsformationen und stahlblauen Seen wechselten sich ab. Nun nach 50 Kilometer Holperpiste erreichten wir dann wieder die vorgesehene Strasse und fuhren dem Colca Fluss folgend nach Chivay. Dort angekommen herrschte ein ziemliches Gedränge mit vielen Bewohner in traditioneller Kleidung. Wir hatten Mühe durch die engen Strassen zu unserem Hotel zu gelangen. Vom Hotel erfuhren wir dann, dass heute der Geburtstag des Dorfes gefeiert wurde, jetzt jedoch bereits abgeschlossen ist. Da haben wir wohl etwas verpasst, doch anderseits hatten wir eine sehr eindrückliche Fahrt durchs Gebirge. Ach ja, Chivay liegt auf 3‘600m ü.M. und auf der Fahrt hierhin überquerten wir einen Pass von 4‘700m. Anstelle von 162km fuhren wir 302km und 50 davon auf einer Holperpiste.

 

22.6. Chivay ist ein sehr friedliches Dorf und wir genossen unseren Spaziergang durch die engen Strassen, die sehr sauber sind. Auf dem Hauptplatz waren noch die letzten Aufräumarbeiten in Gang und stand auch die Kirche aus dem 18. Jahrhundert. Anscheinend wurde sie durch die vielen Erdbeben ziemlich in Mitleidenschaft gezogen, denn sie musste mit Holzstützen gesichert werden. Das Innere faszinierte uns sehr. Es ist noch alles Original erhalten unter einem Anstrich aus jüngerer Zeit. Zum Teil wurden die alten Malereien wieder hervorgeholt und zeigen die Pracht dieser einfachen Kirche. Natürlich besuchten wir auch den Markt der sich gleich neben der Kirche befindet und erhielten einen schönen Einblick in das tägliche Leben, denn Touris gibt es hier nicht viele. Sie kommen meistens nur zum Lunch hierher, wenn sie durch das Colca Tal fahren. Wir sahen auch viele Frauen in ihren traditionellen Kleidern. Die Menschen sind hier eher klein. Wenn wir am Tisch sitzen sind sie nur etwas grösser als wir. Bei unserem Spaziergang durchs Dorf konnten wir in der Ferne auch den Ausbruch einer riesigen Rauchwolke des Vulkans Sabancaya (5‘976m) beobachten. Bei einem Restaurant mit Aussentischen setzten wir uns hin und schauten dem friedlichen Treiben zu.

 

23.6. Aus den letzten Erfahrungen unserer Navidame suchte Colette nun unsere Weiterfahrt genau heraus und schrieb auch die einzelnen Dörfer und Strassenummern heraus. Wir mussten auch feststellen, dass unser Tomtom überhaupt nicht mehr richtig funktionierte. Also fuhren wir mit Google Mapp und Colettes Liste los. Kurz nach Chivay überquerten wir einen Pass von 4‘700m. Dann ging es auf die vorgesehene Abkürzung die eine Naturpiste ist. Die Piste entpuppte sich als recht gut und führte uns durch eine abwechslungsreiche Berglandschaft. Dann ging es ein Stück auf der Hauptstrasse mit den vielen LKWs bevor wir wieder auf eine Piste abzweigten, die wieder eine Abkürzung sein sollte. Zuerst ging alles gut, doch dann begann das Abenteuer. Die Piste wurde schlechter und wir standen vor einem kleinen Bach. Wir kontrollierten zuerst die Durchfahrt und fuhren dann ohne Probleme durch. Weiter ging die Fahrt bis wir vor einem Fluss standen, der keine offensichtliche Durchfahrt mehr hatte, weil sie weggeschwemmt wurde und anscheinend ist hier seit längerer Zeit auch kein Fahrzeug durchgefahren. Also machten wir uns zu Fuss auf die Suche nach einer möglichen Durchfahrt, die wir dann auch festlegten. Wir haben ja ein Fahrzeug für solche Situationen und machten nun die Probe aufs Exempel. Ein wenig mulmig war es uns schon, denn hier fahren wirklich nur 2 irre Schweizer Touristen durch. Unser Fahrzeug hielt sich prächtig und pflügte sich durch den Sand, Wasser, Kies und Gras. Die nächste Herausforderung kam dann bei einer Abzweigung, wo die gute Piste anders verlief als unsere Navidame sagte. Bei der Kontrolle stellten wir fest, dass die gute Piste durch einen See führte und so wählten wir die Vorgaben der Navidame. Die sehr schlechte Piste endete jedoch bei einer Häusergruppe. Ein freundlicher älterer Herr erklärte uns, dass wir der guten Piste folgen sollen, denn hier geht es nicht mehr weiter. Also holperten wir zurück und fuhren auf der guten Piste bis zum See, der sich als trocken erweist. Na super also kann man sich wirklich nur beschränkt auf die Angaben verlassen. Nach weiteren 30km erreichten wir wieder die Hauptstrasse, mit dem ganzen Verkehr, die nach Puno führte das auf 3‘800m liegt. Wow was für eine „Abkürzung“, anderseits mussten wir uns sagen welch ein Abenteuer auf einsamen Pisten durch diese Berglandschaft zu fahren. Dementsprechend sah natürlich auch unser Fahrzeug aus und erinnerte uns an den Weg quer durch Australien nur das er hier nicht Rot, sondern Beige vom Sand ist. Das Qelqatani Hotel liegt im Zentrum und wieder mussten wir uns durch sehr enge Strassen mit viel Verkehr zum Hotel durchkämpfen. Nach unserem Zimmerbezug füllten wir unsere Mägen mit einer Forelle und einem Meerschweinchen. In einem Reisebüro buchten wir für den nächsten Tag 2 Touren. Eine Bootsfahrt zu den schwimmenden Inseln der Uros und eine Bustour zu den Sillustani Gräber.

 

24.6. Kurz vor 9.00 Uhr wurden wir im Hotel abgeholt und zum Hafen gefahren, wo wir mit weiteren 10 Personen auf ein Boot stiegen. Durch eine Furt, flankiert vom Schilf, ging es dann zu den schwimmenden Inseln der Uros, wofür der Titicaca See berühmt ist und alle Touris hierherkommen. Gemäss unserem Guide befinden sich ca. 2‘000 Menschen auf den Inseln, wobei nur ca. 70% wirklich auf den Inseln leben. Wir hielten auf der Insel Suma Pankara. Die anscheinend von 4 Familien mit 15 Personen bewohnt sein soll. Wir würden eher sagen, dass hier die 30% zu Hause sind die nicht hier leben und das Ganze für die Touris präpariert ist. Trotzdem war es sehr interessant, denn es wurde auf eine unterhaltsame Art gezeigt wie die Inseln gebaut werden. Es werden ca. 50 x 50 cm grosse und 2m Tiefe Schilfstücke herausgeschnitten die dann zusammengebunden werden. Viele dieser Einheiten werden dann zu einer Insel von unterschiedlicher Grösse zusammengebaut. Unsere war ca. 50 x 30 m gross. Diese schwimmende Insel wird dann im See verankert. Darüber kommt dann eine ca.1m hohe Schilfschicht, auf der wiederum die einfachen Schilfhütten auf einem Schilfsockel von ca. 50 cm stehen. Somit ist die Gesamthöhe etwas 3m wovon 2m unter Wasser sind. Nachdem wir eine Zeitlang auf der Insel waren und auch eine 20 minutige Bootsfahrt mit dem traditionellen Schilfboot unternahmen ging es wieder zurück.

Nach dem Lunch wurden wir wieder im Hotel abgeholt und fuhren mit einem Kleinbus nach Sillustani. Hier konnten wir die Gräber (Chulpas) der Qolla und der Inkas bewundern. Besonders die Grabbauten der Inkas die bis zu 10m hoch sind faszinierten uns. Die Inkas waren wirklich unglaubliche Baumeister. Sie bearbeiteten die Steine, die ein Gewicht bis zu 2 Tonnen haben, mit solch einer Präzision das man nur Staunen kann. Die Steine wurden ohne Mörtel aufeinandergestellt und in die Fugen bringt man kein Messer, denn da gibt es keinen Millimeter Luft. Die Quader haben auch Halbrunde Löcher, in der ein anderer Stein zur Sicherung gelegt wurde. Bei einer halbfertigen Grabstätte, sahen wir auch noch die Originalrampe, über die die schweren Steine gezogen wurden. Dann sind wir mal gespannt was wir in Cusco, der Hauptstadt der Inkas, und Mach Picchu zu sehen bekommen. Auf der Rückfahrt konnten wir noch einen „Bauernhof“ besichtigen der in der ursprünglichen Bauart existiert. Natürlich war auch hier das Ganze für die Touris präpariert und ob er noch „richtig“ bewohnt ist, kann man sich fragen, weil dahinter neuere Bauten standen. Unser Guide zeigte uns dann noch die verschiedenen Produkte die hier angepflanzt werden. Da gibt es Kartoffeln (3‘500 Sorten) die nach allem anderen aussehen, nur nicht nach einer Kartoffel nach unseren Vorstellungen. Auch eines der Hauptnahrungsmittel Quinoa, (800 Sorten) wurde uns erläutert. Als Fleischlieferant dient das Lama und Alpaca, wobei von beiden auch noch die Wolle verwendet wird. Der spezielle Fleischlieferant ist dann noch das Meerschweinchen, das hier gezüchtet wird und Ugo auch schon gegessen hat. So ging wieder ein ereignisreicher Tag seinem Ende zu, den wir dann in einem warmen Restaurant abschlossen. Ach ja, das ist auch noch erwähnenswert. Das Hotel wählen wir nach dem wichtigen Kriterium für uns, im Zentrum mit geschütztem Parkplatz. Die meisten Hotels im Zentrum haben keine Parkmöglichkeit. Beim Restaurant sollten die Fenster und Türen geschlossen und der Raum beheizt sein. Sonst sitzt man mit der dicken Jacke beim Essen, weil immer alles offen ist und die Temperaturen bei Ungemütlichen 10° liegen nach dem Sonnenuntergang um ca. 17.00 Uhr.